Die beeindruckendsten Orte abseits der Touristenpfade

Wo Italien plötzlich anders aussieht

Mittwoch, 30. September 2026 | 07:57 Uhr

Von: Sophia Molitor

Gerade im Herbst kann man Italien einmal abseits der klassischen Urlaubsorte erleben. Zu Fuß führen die Wege durch Weinberge, Wälder, mittelalterliche Dörfer und entlang der Küste – und verbinden Naturerlebnisse mit Geschichte, Kulinarik und Begegnungen mit den Menschen vor Ort. Die beliebtesten Wanderwege von Norden nach Süden, zeigen ein Italien, das weit über klassische Strand- und Städteurlaube hinausgeht.

Den Auftakt macht der Weg in die Proseccolandschaft in Conegliano und Valdobbiadene im Veneto. Auf rund 51 Kilometern geht es von Vidor nach Vittorio Veneto durch die Hügel der Trevisaner Voralpen – vorbei an Weinbergen, Wäldern und aussichtsreichen Höhenzügen. Dörfer, Burgen, Klöster und Kirchen erzählen von der Geschichte der Region. Vielerorts sind zudem noch Schützengräben und Militärstellungen aus dem Ersten Weltkrieg zu sehen.

Weiter östlich führt der Weg von Görz nach Cividale del Friuli durch die Friauler Hügel. Weinberge, Eichen- und Kastanienwälder wechseln sich mit Wallfahrtsstätten und alten Pilgerwegen ab. In der Grenzregion treffen unterschiedliche Sprachen, Traditionen und Identitäten aufeinander. Auch die Winzer gehören zum Landschaftsbild: Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Hügel heute für ihre hochwertigen Weine bekannt sind.

Mittelitalien mit Hund in völliger Freiheit

Wer den Herbst in seinen schönsten Farben erleben und den Hund mitnehmen möchte, findet im Naturpark Giogo-Casaglia im toskanisch-romagnolischen Apennin ein passendes Ziel. Zwischen Buchen, Kastanien und Eichen geht es entlang des Flusses Rovigo, vorbei an alten Mühlen und Wasserfällen. Hier kann man den eigenen Vierbeiner in völliger Freiheit genießen.

In der Toskana führt die Route rund um Monteriggioni durch Wälder und über Abschnitte des historischen Pilgerwegs Via Francigena. Mittelalterliche Dörfer, Burgen und die vollständig erhaltene Stadtmauer von Monteriggioni prägen die Strecke. Die Route ist vor allem geeignet, wenn man in einem langsamen Tempo die Gegend erkunden möchte.

Weiter südlich des Pilgerwegs geht es von Viterbo nach Rom, bis nach Sutri. Hier sind vor allem die etruskischen Hohlwege und das in Fels gehauene Amphitheater in Sutri sehr beeindruckend. Im Dezember gehören auch die Weihnachtsmärkte und Lichter zur stimmungsvollen Atmosphäre.

Durch Mittelitalien verläuft auch der Franziskusweg des heiligen Benedikt von Subiaco nach Montecassino. Klöster und Abteien, die Kartause von Trisulti, Casamari und Montecassino wechseln sich mit Berglandschaften, Schluchten und Spuren der römischen Vergangenheit ab.

In Gargano trifft schließlich die Adriaküste auf dichte Wälder. Von Rodi Garganico nach Monte Sant’Angelo kommt man an Stränden und Steilküsten vorbei und erreicht schließlich den prächtigen Walt „Foresta Umbra”.

Noch milder ist der Herbst im Salento. Entlang der Adriaküste führt der Weg von Torre Sant’Andrea über Otranto bis nach Santa Maria di Leuca, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen. Zwischen Küstentürmen, Trockenmauern, mediterraner Vegetation und prähistorischen Dolmen reicht der Blick bei klarer Sicht bis nach Griechenland und Albanien. Bei den Gesteinen von Matera, zwischen Felsenkirchen, alten Höhlenwohnungen und ländlichen Landschaften wird die Geschichte Süditaliens unmittelbar erlebbar.

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