Von: Sophia Molitor
Trient – Was als gemeinsame Leidenschaft beim Segelkurs auf dem Caldonazzosee begann, wurde für zwei junge Trentiner zum Abenteuer ihres Lebens. Gegenüber Alto Adige erzählen Andrea Dottori [25] und Tommaso Amadori [24] wie sie nach ihrem Universitätsabschluss die Koffer gepackt und sich auf eine Reise begeben haben, die sie einmal um die Welt führen soll. Seit November 2025 sind sie unterwegs – erst sind sie nach Maine geflogen, um sich der Flottille World Arc Rally anzuschließen, die vom World Cruising Club organisiert wird. Von dort aus segelten sie zuerst in die Karibik, dann ging es durch den Panamakanal zu den Pazifikinseln. Ihre Rückkehr über den atlantischen Ozean ist für 2027 geplant.
Die beiden Freunde kennen sich seit dem Kindergarten und ihre Familien sind zusammen wie eine Großfamilie. Heute verbindet sie nicht nur eine fast brüderliche Freundschaft, sondern auch die Begeisterung für das Segeln und das Gefühl von Freiheit auf dem Wasser. Inspiriert wurden die beiden von Tommasos Vater, der den Atlantik bereits im Alter von 30 Jahren überquert hatte.
Nach dem Abschluss ihres Studiums arbeiteten sie im Sommer, um die Reise finanzieren zu können. Über das Internet kamen sie schließlich mit einem 70-jährigen Amerikaner in Kontakt, der eine Crew für seine Weltumsegelung suchte. Die beiden sagten spontan zu und flogen nach Maine.
Reisen bedeutet auch Verantwortung
Doch die Reise besteht nicht nur aus traumhaften Erfahrungen und schönen Landschaften. Um ihre Eltern finanziell nicht zu belasten, arbeiteten Andrea und Tommaso unterwegs immer wieder, um sich Essen und eine Unterkunft zu verdienen. Auf Fidschi mieteten sie Fahrräder und fuhren zu einer Marina, wo sie bei der Wartung von Booten halfen, als ihre Ersparnisse zur Neige gingen.
Die beiden erzählen, dass sie auf ihrer Reise nicht nur seglerisch dazugelernt, sondern auch ihre Freundschaft vertieft haben. Sie mussten mit ungewohnten Lebensbedingungen, kulturellen Unterschieden und schwierigen Situationen zurechtkommen – und lernen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Gerade darin sehen sie einen wichtigen Teil ihres Abenteuers, den sie nach ihrer Rückkehr gerne mit anderen Menschen teilen möchten.
Was danach kommt, wissen sie noch nicht genau. Vielleicht werden sie ein Buch schreiben, einen Dokumentarfilm drehen oder sich beruflich dem Segeln widmen, berichten die zwei Ausreißer. Eines steht für die beiden jedoch bereits fest: Sie möchten mit ihrer Geschichte andere dazu ermutigen, die eigene Komfortzone zu verlassen und den Mut zu finden, ungewöhnliche Wege einzuschlagen.




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