Von: Matthias Knapp
Bozen/Rom – In einem Interview mit dem Corriere della Sera hat Italiens stellvertretender Ministerpräsident Antonio Tajani davor gewarnt, dass die AfD Bestrebungen innerhalb Südtirols zur Abspaltung von Italien unterstützen und vorantreiben könnte. Der AfD-Europaabgeordnete Marc Jongen wiegelt jedoch ab.
„Ich höre, dass man sich auch in Polen und in Tschechien Sorgen macht, die AfD könnte nach Territorien greifen, die einst zu Deutschland gehörten. Doch das ist alles Vergangenheit. Außerdem war Südtirol ein Teil Österreichs und nicht Deutschlands“, antwortete Jongen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa auf eine entsprechende Frage beim Forum der italienischen Unabhängigkeit in Orvieto.
Für mediale Aufmerksamkeit hat zuletzt unter anderem der Auftritt des AfD-Jugendpolitikers Jean-Pascal Hohm beim Jugendtreffen der Süd-Tiroler Freiheit in Tramin am vergangenen Wochenende gesorgt.
Die Süd-Tiroler Freiheit, die von der langjährigen Landtagsabgeordneten Eva Klotz gegründet worden war, hat als Bewegung ursprünglich ihren Schwerpunkt auf Heimat, Sprache, Identität und das Recht auf Selbstbestimmung gelegt. Nachdem sich Klotz aus der aktiven Politik zurückgezogen hatte, nahm die Bewegung zunehmend populistische Tendenzen an und wählte scharfe Töne im Zusammenhang mit der Migrationsthematik.
Durch die starke Präsenz in den sozialen Medien war es der Bewegung außerdem gelungen, vermehrt junge Menschen anzusprechen. Dass die Süd-Tiroler Freiheit die Nähe zur weit rechts stehenden AfD nicht scheut, hat zuletzt auch in Südtirol Besorgnis und Unverständnis ausgelöst.




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