Von: Matthias Knapp
Bozen – Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich 29 Familien mit Migrationshintergrund von Bozen in eine andere Gemeinde Südtirols umziehen. In einer zweiten Phase, die bereits begonnen hat, folgen weitere Umzüge in insgesamt 43 Gemeinden (Stand Anfang Oktober). Am Projekt “Begleitetes Wohnen für Familien mit Migrationshintergrund” können sich nur Familien mit Bleiberecht und einem positiv abgeschlossenen Asylverfahren beteiligen.
“Das Ziel des Projektes ist ein stabiles Wohnverhältnis, damit die Integration vor Ort gelingen kann. Zudem ging es darum, schrittweise die bestehenden Unterbringungsstrukturen, vor allem in der Landeshauptstadt Bozen, zu entlasten”, erklärte Soziallandesrätin Rosmarie Pamer bei der Vorstellung der aktuellen Daten zum Stand der Umsetzung des Projektes am 5. Oktober.
“Es geht darum, die Selbstständigkeit der Familien zu fördern und sie dabei auch aktiv zu begleiten”, hielt Astrid Wiest, Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion fest. Dafür müsse sich die Familie selbst aktiv am Integrationsprozess beteiligen, sich mit einem sozial gestaffelten Tarif an den finanziellen Kosten beteiligen und verantwortungsvoll mit der Wohnung umgehen. Das Amt habe in den vergangenen Monaten intensiv an der Analyse der Rückmeldungen, dem Einbezug aller beteiligten Dienste und Institutionen und der Zuordnung der Familien und der Gemeinden gearbeitet. Dabei seien unter anderem die Arbeitssituation, das Vorhandensein gesundheitlicher Themen oder auch der Schulbesuch der Kinder berücksichtigt worden.
Über erste Erfahrungen im Bezirk Wipptal berichtete Karoline Wieland, Mitarbeiterin des Sozialdienstes der Bezirksgemeinschaft, zuständig für den Bereich Integration. “Das Gespräch mit der Familie ist zentral”, sagte Wieland. Gemeinsam mit der Familie, und unter Einbezug von Mediatorinnen und Mediatoren, werde ein soziopädagogischer Plan ausgearbeitet, um den Unterstützungsbedarf und den Grad der Selbstständigkeit auszumachen. “Das individuelle Projekt ist eine gute Chance für die Familie, da es keine ‘drübergestülpte’, standardisierte Lösung ist”, hob Wieland hervor. Es gehe darum Vertrauen aufzubauen, aber auch zu überprüfen, dass getroffene Vereinbarungen eingehalten werden.
“Damit Integration gelingen kann, braucht es die Zusammenarbeit aller”, sagte Landesrätin Pamer. Eine wichtige Rolle komme dabei den Gemeinden zu. “Im Projekt wird solidarisch Verantwortung übernommen”, hob Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller hervor. In Form eines Pauschalbeitrages von 1800 Euro garantiere das Land eine finanzielle Unterstützung. Die Gemeinden ihrerseits hätten große Anstrengungen unternommen Wohnraum auszumachen und werden nun die betroffenen Familien bei der Integration unterstützen, sagte Oberstaller. Amtsdirektorin Wiest erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Gemeinden ihre Beteiligung am Projekt auch weiterhin melden können. “Wir wollen weitere Gemeinden einbinden und damit die Dezentralisierung fortsetzen. Denn dieses Projekt ist ein sinnvolles, weshalb wir diesen Weg weitergehen wollen”, hob auch Landesrätin Rosmarie Pamer hervor.




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