Luftwaffenstützpunkt Fairford von USA für Angriffe auf Iran genutzt

Britische Terrorverdächtige wieder freigelassen

Dienstag, 29. September 2026 | 04:55 Uhr

Von: importer

In Großbritannien sind fünf Briten vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt worden, die am Sonntag wegen eines möglicherweise geplanten Anschlags auf einen Luftwaffenstützpunkt festgenommen worden waren. Die fünf Männer seien “nach umfangreichen Befragungen und Ermittlungen” unter Auflagen freigelassen worden, erklärte Laurence Taylor von der Anti-Terror-Polizei am Montag. Das bedeute nicht, dass die Ermittlungen beendet seien, fügte sie hinzu.

Die fünf Männer unterlägen weiterhin “strengen Auflagen” zu ihrem Aufenthaltsort und “ihren Kontakten zu anderen Personen”. Die Polizei verfolge mehrere Spuren – unter anderem prüfe sie, ob die Männer “im Auftrag eines anderen Staates” gehandelt haben könnten. Die Verdächtigen zwischen 23 und 25 Jahren waren Sonntagfrüh unter anderem wegen des “Verdachts der Vorbereitung eines Terroranschlags” festgenommen worden. Ermittelt wird auch wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Militärbasis wird von US-Armee im Krieg gegen Iran genutzt

Was geplant gewesen sein könnte, ist noch unklar. Konkret wurde die britische Polizei in der Nacht auf Sonntag zum Luftwaffenstützpunkt Fairford im Südwesten Englands gerufen, nachdem in dem Gebiet “verdächtige Fahrzeuge” beobachtet worden waren. Eine Anrainerin berichtete der BBC, sie habe “eine große Gruppe maskierter Männer” gesehen.

Die Militärbasis wird auch von der US-Armee im Krieg gegen den Iran genutzt. US-Präsident Donald Trump hatte im Anschluss erklärt: “Sie werden sehr bald davon hören. Wir haben sie geschnappt.” Die Verdächtigen “wollten unserer Basis schweren Schaden zufügen”.

Die Festnahme sei großartig gewesen, sagte Trump in Chicago. Der US-Präsident lobte dabei auch die Zusammenarbeit mit Großbritannien. “Wir hatten sie schon lange im Blick und haben sie geschnappt”, sagte er über die Verdächtigen. Vor Reportern am Montag zeigte sich Trump dann überrascht über die Freilassungen: “Ich bin überrascht, dass sie sie freigelassen haben. Ich hätte das nicht getan.”

Ein Sprecher des für Europa zuständigen US-Militärregionalkommandos EUCOM teilte mit, dass man geeignete Maßnahmen ergreifen werde, um die Sicherheit von US-Soldatinnen und -Soldaten sowie Zivilisten im europäischen Einsatzgebiet zu gewährleisten. Konkrete Angaben zu etwaigen Schutzmaßnahmen machte er unter Verweis auf Sicherheitsgründe nicht.

Iran weist Verwicklung zurück

Britische Medien berichteten am Montag, die Anti-Terror-Polizei prüfe eine mögliche Verbindung zum Iran. Die iranische Botschaft wies eine Verwicklung wenig später “aufs Schärfste” zurück und sprach von “böswilligen Spekulationen”. Die Mutmaßungen dienten “keinem anderen Zweck, als die antiiranische Propaganda im Vereinigten Königreich weiter anzuheizen”, hieß es. London hatte dem Iran und Russland in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, auf Mittelsmänner zurückzugreifen, um kriminelle Aktivitäten auf britischem Territorium auszuführen.

Vicki Evans, Senior National Coordinator bei der Anti-Terror-Polizei, appellierte: “Mir ist sehr bewusst, in welchem Ausmaß über die Motive hinter diesem Vorfall spekuliert wird und welche geopolitischen Fragen dabei aufgeworfen werden.” Den Ermittlungen solle aber zum jetzigen Zeitpunkt der nötige Raum gegeben werden, damit sorgfältig und zielgerichtet gearbeitet werden könne.

Der britische Premierminister Andy Burnham berief eine Krisensitzung im Zusammenhang mit dem Vorfall ein, “um sicherzustellen, dass wir uns ein vollständiges Bild der Lage machen und die Situation genau im Blick behalten”, sagte Burnham dem Radiosender LBC. Bei Cobra-Sitzungen, wie Burnham sie ankündigte, kommen Regierungsmitglieder mit Vertretern von Polizei und Geheimdiensten zusammen.

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