Von: Matthias Knapp
Bozen – „Der Vorstoß von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, den Anteil ausländischer Schüler in einer Klasse grundsätzlich auf 30 Prozent zu begrenzen, geht in eine Richtung, über die wir in Südtirol längst ernsthaft diskutieren müssten“, erklärt der freiheitliche Vizeobmann Otto Mahlknecht. „Für Südtirols deutsche Schulen kann dabei aber nicht die Staatsbürgerschaft entscheidend sein, sondern die Beherrschung der Unterrichtssprache. Dieser Aspekt kommt in der bisherigen Südtiroler Schulpolitik zu kurz.“
„Das derzeit in Südtirol angewandte Integrationskonzept mag anderswo funktionieren. Es wird aber der besonderen Situation der deutschen Schule in Bozen und anderen Zentren nicht gerecht. Der Fall Goetheschule hat das deutlich gezeigt“, betont Mahlknecht.
Integration sei wichtig, müsse in Südtirol aber immer gemeinsam mit dem Minderheitenschutz gedacht werden, argumentieren die Freiheitlichen. „Das haben wir bereits in der Debatte um die Goetheschule gefordert. Landesrat Achammer argumentiert aber weiterhin nach einem Modell, bei dem eine überschaubare Zahl nicht deutschsprachiger Kinder in eine deutschsprachige Mehrheit integriert wird. Diese Voraussetzung ist an mehreren städtischen Schulen nicht mehr gegeben. Wenn deutschsprachige Kinder selbst zur Minderheit werden, braucht es andere Antworten“, so Mahlknecht.
Man brauche keine neuen Arbeitsgruppen. „Die Probleme und die Lösungsvorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt muss die Landesregierung handeln und die Regeln zur Klassenbildung an die Südtiroler Realität anpassen. Integration darf nicht auf Kosten des muttersprachlichen Unterrichts gehen“, so die Freiheitlichen.




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