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Der Friedensnobelpreis geht an die Juristin Navanethem “Navi” Pillay aus Südafrika. Sie sei “eine Person von außergewöhnlichem Mut und außergewöhnlicher Integrität”, hieß es vonseiten des norwegischen Nobelkomitees in Oslo am Freitag. Die 85-Jährige war in ihrer Laufbahn unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), am Internationalen Gerichtshof (IGH) und UNO-Menschenrechtskommissarin.
“Wenn ihr noch ein bisschen mehr klatscht, teile ich diesen Preis vielleicht mit Trump”, sagte die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay am Freitag, als sie mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Pillay hält sich derzeit in Nürnberg auf. Die Chefin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Agnès Callamard, filmte den Moment, als die südafrikanische Juristin von ihrer Ehrung erfuhr, und veröffentlichte ein Video davon im Onlinedienst X.
Im vergangenen Jahr war der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado gegangen. Trump, der den Friedensnobelpreis seiner Meinung nach schon mehrfach verdient hätte, blieb enttäuscht zurück. Er musste sich mit der Friedensnobelpreis-Medaille begnügen, die ihm Machado Anfang Jänner 2026 als Zeichen ihrer Anerkennung überreichte.
Weitere Reaktionen auf Ehrung
Das UNO-Menschenrechtsbüro lobte die Entscheidung und würdigte Pillays langjährigen Einsatz. Dies sei eine großartige Nachricht, und es brauche mehr Hingabe und Engagement für die Menschenrechte, teilte die UNO-Behörde in Genf mit. Auch der Menschenrechtsexperte Manfred Nowak begrüßte die Entscheidung im Ö1-Mittagsjournal und hob Pillays Einsatz für Frauenrechte hervor. Die Ehrung Pillays sei laut Nowak auch symbolisch zu werten und soll dem IStGH sowie dem IGH den Rücken stärken.
Pillay amtierte als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UNO zu den besetzten palästinensischen Gebieten. Zuvor hatte Pillay 1967 als erste Frau in ihrer Heimatprovinz Natal eine Anwaltskanzlei eröffnet. Anschließend verteidigte sie Anti-Apartheid-Aktivistinnen und Aktivisten, deckte Folter auf und trug zur Durchsetzung der Rechte von Gefangenen bei.
Die Auszeichnung ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, was rund einer Million Euro entspricht. Der Friedensnobelpreis wird am 10. Dezember in Oslo überreicht.
Insgesamt 287 Personen nominiert
In diesem Jahr waren insgesamt 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert – und damit deutlich weniger als 2025. Vorschläge für Preisträger können etwa Kabinettsmitglieder, Universitätsprofessoren, Staatsoberhäupter oder frühere Preisträger machen. Unter den Nominierten waren diesmal 208 Personen und 79 Organisationen.
Die Verkündung des Friedensnobelpreises ist die letzte Bekanntgabe in dieser Woche. In den vergangenen Tagen sind bereits Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet worden. Unter den drei Medizin-Preisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei deutsche Forscher. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Literatur ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.
Am Montag folgt als letzte Auszeichnung noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist die Auszeichnung kein Nobelpreis, weil sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Sie wird aber traditionell nach den Nobelpreisen vergeben.




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