Von: importer
Die Ukraine hat immer noch Probleme bei der Nutzung des für die Kriegsführung wichtigen militärischen Kommunikationssystems Starshield. “Auch heute Vormittag sind noch Fälle von Signalverlust zu beobachten”, hieß es am Freitag aus Kreisen des Verteidigungsministeriums. Es gebe “keine Bestätigung dafür, dass die Einschränkungen aufgehoben wurden”. Unterdessen griff Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine massiv an. Rund 500.000 Menschen hatten am Vormittag keinen Strom.
Die Führung in Kiew beklagt seit Tagen eine Drosselung des Internet-Kommunikationssystems Starlink und der dazugehörigen Variante Starshield. US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter berichtet, der Tech-Milliardär Elon Musk habe eine Einschränkung des von seinem Unternehmen SpaceX zu Verfügung gestellten Dienstes angeordnet. Musk hingegen erklärte, “alle Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung” des Starshield-Systems würden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden.
Am Donnerstag erklärte dann US-Präsident Donald Trump, dass Starshield wieder “zurück” sei. “Ich möchte nichts dazu sagen, ob ich angerufen habe oder ob jemand anders angerufen hat – das macht keinen Unterschied”, antwortete Trump auf Fragen von Journalisten, ob er mit Musk gesprochen habe. “Ich schätze, unterm Strich hat er es wieder eingeschaltet”, sagte Trump. Der Starlink-Dienst spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front und ist auch für die Steuerung von Drohnen beziehungsweise deren Abwehr wichtig.
Die Beziehungen zwischen Kiew und Washington haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Trump hat ein Abkommen mit Moskau über die Lieferung von Diesel-Kraftstoff geschlossen und geplante Sanktionen gegen Russland ausgesetzt. Als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Diesel-Deal kritisierte, forderte Trump dessen Ablösung.
Hunderttausende Menschen ohne Strom in der Ukraine
Russland löste indes mit neuen schweren Angriffen auf die Energieinfrastruktur massive Stromausfälle in der Ukraine aus. Betroffen sind nach Behördenangaben mehr als eine halbe Million Menschen. Das Energieministerium in Kiew teilte mit, dass nach den Attacken in den Gebieten Schytomyr, Wolhynien, Mykolajiw, Poltawa, Chmelnyzkyj und Riwne mehr als 500.000 Ukrainer ohne Strom seien. “Die Energieversorger haben bereits mit Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten begonnen, soweit es die Sicherheitslage zulässt”, teilte das Ministerium mit.
Erschwert würden die Arbeiten allerdings durch die andauernden russischen Angriffe. Das Ministerium informierte außerdem über Pläne für stundenweise Stromabschaltungen und Leistungsbegrenzungen für die Industrie und Unternehmen. “Diese Maßnahmen sind für den stabilen Betrieb des Stromnetzes und zur Vermeidung größerer Ausfälle erforderlich”, teilte die Behörde mit.
Russland nutzt die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in seinem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine mit dem Ziel, in der kalten Jahreszeit den Widerstandswillen der Menschen zu brechen. Die Ukraine beklagt, dass die Angriffe besonders folgenreich sind in diesem Jahr, weil sie nicht ausreichend Flugabwehrraketen für die Luftverteidigung hat.
Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russisch kontrollierten Region Luhansk im Osten des Landes wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs Leonid Passetschnik zwei Zivilisten getötet und vier verletzt. Eine Drohne habe einen Lastwagen getroffen und den Fahrer tödlich verletzt, teilt Passetschnik auf Telegram mit. Bei einem weiteren Angriff auf ein Auto sei ein Insasse ums Leben gekommen. Die Nachrichtenagentur Reuters kann die Angaben nicht unabhängig überprüfen. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.




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