Von: Matthias Knapp
Bozen – Das Team K im Südtiroler Landtag zeigt sich ungehalten. Jahrelang habe es geheißen, Südtirol könne den touristischen Helikopterverkehr nicht wirksam einschränken, weil die Zuständigkeit fehle. Seit der Autonomiereform vom Juni 2026 verfügt das Land nun über die entsprechende Umweltkompetenz. Doch statt Maßnahmen vorzulegen, verweise die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage laut Team K nun auf europäische Vorgaben und mögliche rechtliche Hürden.
Lange habe Landeshauptmann Arno Kompatscher vertröstet: Sobald Südtirol über die Umweltkompetenz verfüge, werde man handeln. „Seit dem 23. Juni 2026 ist es so weit – die Reform des Autonomiestatuts bringt Südtirol die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz im Bereich Umweltschutz und Ökosystem (Art.8, 1°/29bis). Und jetzt? Jetzt ist plötzlich die EU schuld“, erklärt das Team K.
Die Antwort von Landesrat Peter Brunner auf eine entsprechende Anfrage vom Team K sei enttäuschend, schreibt die Bewegung in einer Aussendung. Statt konkreter Maßnahmen und Zeitpläne verweise die Landesregierung auf die Komplexität der EU-Luftraumrichtlinie (EU-RL 2024/2803) und auf das Risiko von Anfechtungen. Ein Gesetzentwurf sei zwar bereits 2024 ausgearbeitet, dann aber wegen eines „negativen Gutachtens” der ENAC wieder eingefroren worden. Erst „seit kurzem” habe man die Arbeit daran wieder aufgenommen, heißt es vonseiten der Landesregierung.
„Wann mit einem konkreten Ergebnis zu rechnen ist, dazu gibt es keine Antwort! Nach der Autonomiereform steht jedenfalls fest, dass die Standortbestimmung von Hubschrauberlandeplätzen nicht mehr den staatlichen Normen oder den Regeln der Luftfahrtbehörde ENAC ausgenommen für jene, die vom Land ausdrücklich festgelegt werden, unterliegt“, argumentiert das Team K.
Besonders brisant sei: „Die Landesregierung bestätigt, dass Hubschrauberlandeplätze oberhalb von 1.600 Meter bereits nach geltendem Landesgesetz sanktioniert werden könnten. Dennoch scheinen entsprechende Anlagen in sensiblen Berggebieten betrieben zu sein.“ Auch beim Lärmschutz bleibe die Regierung laut Team K konkrete Schritte schuldig, obwohl der Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm als zentrales Argument für die neue Kompetenz angeführt worden sei.
„Jahrelang wurde den Bürgerinnen und Bürgern versprochen, mit der neuen Umweltkompetenz endlich gegen den ausufernden Helikoptertourismus und die damit verbundene Lärm- und Umweltbelastung vorzugehen. Jetzt ist die Kompetenz da, doch statt konkreter Gesetze, Kontrollen und Verbote erleben wir erneut Verzögerungen und Ausreden. Das Problem ist nicht mehr die Zuständigkeit, sondern der fehlende politische Wille zu handeln“, erklärt der Landtagsabgeordnete Franz Ploner.
Das Team K fordert die rasche Vorlage einer gesetzlichen Regelung für Hubschrauberlandeplätze, wirksame Einschränkungen für touristische Flüge in Schutzgebieten sowie konsequente Kontrollen und Sanktionen.
„Wenn die Landesregierung selbst bestätigt, dass sie bereits heute gegen problematische Landeplätze vorgehen könnte, dann muss sie das auch tun. Die Menschen in den betroffenen Gemeinden haben lange genug auf Taten gewartet. Wer jetzt noch zögert, stellt die Interessen weniger Nutznießer über den Schutz unserer Natur und die Lebensqualität der Bevölkerung“, so Franz Ploner abschließend.




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