Von: Matthias Knapp
St. Martin in Thurn – Die steigenden Kosten für Baugrund und das teure Wohnen stellen auch in den ladinischen Tälern eine große Herausforderung dar, insbesondere für Familien und junge Menschen. Bei der Sitzung der Landesregierung im Museum Ladin in St. Martin in Thurn ist dieses Thema ausführlich besprochen worden. Die zuständige Wohnlandesrätin Ulli Mair verwies auf die neuen Möglichkeiten, die mit der Wohnreform 2025 geschaffen wurden, insbesondere den gemeinnützigen Mietwohnbau und das Wohnen mit Preisbindung.
Leistbaren Wohnraum auch für die künftigen Generationen im Gadertal und im Grödental zu sichern, war einer der Schwerpunkte der gemeinsamen Sitzung der Landesregierung mit den Bürgermeistern der ladinischen Gemeinden. Hohe Immobilienpreise, knapper Baugrund und touristische Vermietung verringern zunehmend den Wohnraum für Einheimische. Die Neuerungen und Anpassungen der Wohnbauförderung zeigen bereits Wirkung – doch die Förderungen allein reichen nicht aus, um die Baukosten und damit die Wohnungspreise zu senken, hielt Landesrätin Mair fest. Gemeinden komme die entscheidende Aufgabe zu, über die Ausweisung von Baugrund die Voraussetzung für neuen Wohnraum für die ansässige Bevölkerung zu schaffen. “Wir brauchen uns gegenseitig, um alle Hebel in Bewegung zu setzen”, sagte Landesrätin Mair. Das Land habe die Rahmenbedingungen geschaffen, nun seien auch die Gemeinden gefragt, Projekte anzugehen und umzusetzen, hielt dazu der Bürgermeister von Wengen, Felix Nagler, stellvertretend für die Bürgermeister der ladinischen Täler bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung fest.
Flächen für den geförderten Wohnbau ausweisen
“Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Instrumente gezielt zu nutzen, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und langfristig zu sichern, um der ansässigen Bevölkerung Perspektiven in den eigenen Tälern zu bieten”, betonte Wohnlandesrätin Ulli Mair. Im Eigentumsbereich würde sich dafür insbesondere die Ausweisung von Flächen für den geförderten Wohnbau bzw. für “Wohnen mit Preisbindung” anbieten, die eine Bindung vorsehen, welche den Grund den normalen Marktdynamiken entziehen könne. “So kann sichergestellt werden, dass neu geschaffener Wohnraum gezielt der ansässigen Bevölkerung zugutekommt”, betonte Mair.
Die Bindung für Ansässige (laut Artikel 39 im Landesgesetz Raum und Landschaft) sei ein etwas schwächeres Instrument, da die Praxis gezeigt habe, dass Wohnungen als Mitarbeiterunterkünfte touristischer Betriebe erworben werden. Parallel zu Betten müsse auch Wohnraum geschaffen werden, hielt Landesrätin Mair bei der Sitzung fest.
Möglichkeit des gemeinnützigen Mietwohnbaus nutzen
Doch auch im Mietbereich eröffnet die Wohnreform neue Möglichkeiten, erinnerte die Landesrätin. “Mit dem gemeinnützigen Mietwohnbau wurde ein Instrument geschaffen, mit dem dauerhaft leistbare Mietwohnungen entstehen können. Gerade in den ladinischen Tälern bietet sich dabei auch die Wiedergewinnung und Nutzung bestehender Kubatur an.” Potenzial bestehe beispielsweise bei Gebäuden im Eigentum von Pfarreien und kirchlichen Organisationen. Ein Projekt in der Gemeinde Enneberg sei bereits in Planung, wünschenswert seien weitere Projekte dieser Art, um damit jungen Menschen bezahlbare Mietwohnungen zur Verfügung stellen zu können.




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