Prüfung der Einwände der Bürgerinnen und Bürger

Neue Hochspannungsleitungen im Eisacktal: Hürde genommen

Freitag, 16. Oktober 2026 | 16:05 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen/Brixen – Das Genehmigungsverfahren zur Reorganisation der Hochspannungsleitungen im Eisacktal hat eine weitere Hürde genommen: Die Landesregierung hat sich in der Sitzung vom 16. Oktober für die Wiederaufnahme des Umweltverträglichkeitsverfahrens für die Neuordnung der Stromnetze im Eisacktal ausgesprochen. Darum angesucht hatte der staatliche Hochspannungsnetzbetreiber Terna AG.

“Das Projekt gilt als eines der größten Energieinfrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte in Südtirol. Insgesamt werden 262,5 Kilometer bestehende Freileitungen abgebaut und 1265 Strommasten entfernt”, betont der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Raumentwicklung und Energie Peter Brunner. “Für das Eisacktal geht es dabei nicht nur um ein moderneres und leistungsfähigeres Stromnetz, sondern auch um eine deutliche Entlastung von Landschaft, Umwelt und für die Bevölkerung in den bewohnten Gebieten.“

Ab dem 15. Juli dieses Jahres waren die Projektunterlagen für 30 Tage in den betroffenen Gemeinden zur Einsichtnahme aufgelegen und auf den Webseiten des Landes und der Gemeinden veröffentlicht worden (LPA hat berichtet). Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit zu überprüfen, ob ihre Grundstücke vom Vorhaben betroffen sind. In diesem Zeitraum sind zahlreiche Hinweise im zuständigen Landesamt für Umweltprüfungen und im Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit in Rom eingegangen.

Landesregierung teilt positives Gutachten des Umweltbeirats

“Der Umweltbeirat des Landes hat alle 29 eingegangenen Einwände begutachtet und am 16. September schließlich ein positives Gutachten zur Umweltverträglichkeit des Projekts für die Neuordnung der Stromnetze im Eisacktal erteilt”, erklärt Flavio Ruffini, Direktor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. “Auch in dieser vorerst letzten Phase konnten noch signifikante Verbesserungen wie verschiedene Optimierungen an der vorgesehenen Trasse vorgeschlagen werden.” Als Beispiel nennt Ruffini die Möglichkeit, die mit Terna AG gefunden wurde, die Verbindung zwischen der Umspannkabine in Klausen und der neuen Hochspannungstrasse mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Gänze unterirdisch verlegen zu können. Die genaue Planung hierzu soll in der Ausführungsplanung erfolgen.

Die Landesregierung teilt die Bewertungen des Umweltbeirates. Darin ist unter anderem enthalten, dass die bereits gemachten allgemeinen Auflagen zu Bau und Ausführung aufrecht bleiben, aber auch, dass bei der Definition der genauen Standorte der Strommasten die Gemeinden und Grundstücksbesitzer einzubinden sind.

Partizipativer Ansatz wird fortgeführt

Bereits im Rahmen der Projekterstellung habe die Information und Einbindung der Bevölkerung eine wichtige Rolle gespielt, erklärt Landesrat Peter Brunner: “Dieser partizipative Ansatz wird weiterverfolgt. So werden im Rahmen der Ausführungsplanung im Austausch zwischen Terna und den Grundstückseigentümern noch weitere Verbesserungen möglich sein. Wichtig ist jedoch, dass das Verfahren jetzt weitergeht.”

Das Hochspannungsprojekt im Eisacktal zielt darauf ab, die Stromversorgung zu modernisieren und zu potenzieren, die Versorgungssicherheit des Brenner Basistunnels (BBT) zu gewährleisten und zugleich Verbesserungen aus Sicht des Landschaftsschutzes und für die Lebensqualität der Bevölkerung zu erreichen.

Bezirk: Eisacktal

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