Medienvertreter warten auf den Ex-Präsidenten

Paraguays abgesetzter Präsident Peña vor Staatsanwaltschaft

Samstag, 07. November 2026 | 16:42 Uhr

Von: importer

Nach seiner Amtsenthebung und der Verhängung eines Hausarrests ist der frühere paraguayische Präsident Santiago Peña am Samstag vor der Staatsanwaltschaft erschienen. Peña war nach dem Kollaps der Digitalbank Ueno unter wachsendem Druck geraten und hatte den Rückhalt von Mitgliedern seiner konservativen Colorado-Partei verloren. Am Freitag war er abgesetzt und unter Hausarrest gestellt worden. Die genauen Anklagepunkte stehen nach Angaben der Ermittler noch nicht fest.

Sie könnten aber den Vorwurf der illegalen Einflussnahme umfassen, hieß es. Der seit 2023 amtierende Ökonom war bis März vergangenen Jahres Anteilseigner der Grupo Vazquez, die Ueno kontrolliert. Paraguays Zentralbank hatte bei Ueno eingegriffen, nachdem sie einen Verstoß gegen die Mindestanforderungen an die Zahlungsfähigkeit festgestellt hatte. Dies löste eine Krise aus, durch die rund drei Millionen Kunden des Unternehmens in dem 6,5 Millionen Einwohner zählenden Land nicht mehr auf ihre Konten zugreifen können.

Turbulenzen führten zu Festnahmen

Die Turbulenzen hatten am Dienstag zum Rücktritt des Zentralbankchefs und zur Festnahme von acht Ueno-Führungskräften geführt. Ueno hat sich nicht öffentlich zu dem Fall geäußert. Das Geldhaus war rasch von einem Nischenanbieter aus der Finanztechnologie-Branche zu einer mittelgroßen Bank herangewachsen. Das Institut verwaltete knapp 850 Millionen Dollar an öffentlichen Geldern.

Nach Peñas Absetzung übernahm Vizepräsident Pedro Alliana die Amtsgeschäfte. Der langjährige Politiker der regierenden Colorado-Partei wurde am Freitag vereidigt und soll Peñas reguläre Amtszeit bis August 2028 beenden.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen