Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Nach der Reallohnerhöhung für aktive Lehrpersonen kritisiert die “Plattform Gerechter Ruhestand” finanzielle Nachteile für pensionierte Staatslehrer. Sie fordert vom Land eine einmalige Ausgleichszahlung über einen eigenen Sonderfonds.
Während rund 10.000 aktive Lehrpersonen an Südtirols staatlichen Schulen seit dem 27. Oktober von einer deutlichen Reallohnerhöhung profitieren, sehen pensionierte und kurz vor der Pensionierung stehende Staatslehrpersonen ihre eigene Situation weiterhin ungelöst. Die Initiativgruppe Plattform Gerechter Ruhestand (PGR) spricht in einem offenen Brief von einer langjährigen finanziellen Benachteiligung gegenüber Lehrpersonen im Landesdienst und fordert die Landespolitik zum Handeln auf.
Laut der Initiativgruppe beträgt der Unterschied beim Lebenseinkommen zwischen Staatslehrpersonen und vergleichbaren Lehrkräften an Berufsschulen im Landesdienst rund 150.000 Euro. Die Ursache sieht die PGR unter anderem in den über Jahrzehnte geringeren lokalen Gehaltsanpassungen und Landeszulagen. Diese Unterschiede wirkten sich auch auf die Pension und die Abfertigung aus. Insbesondere bei bestimmten Rentenberechnungen würden lokale Zulagen nicht vollständig berücksichtigt, bei der gesetzlichen Abfertigung TFS/TFR blieben sie laut Brief standardmäßig unberücksichtigt.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Auszahlung der Abfertigung. Während für aktive Landesbedienstete beschleunigte Vorfinanzierungsmodelle verhandelt würden, müssten pensionierte Staatslehrpersonen bis zu drei Jahre auf ihre Dienstaltersentschädigung warten. Die PGR betont, dass die betroffenen Lehrkräfte häufig mehr als vier Jahrzehnte im Schuldienst tätig gewesen seien und vergleichbare Anforderungen und Verantwortung getragen hätten wie ihre Kollegen im Landesdienst.
Da eine rückwirkende Korrektur über die regulären Kollektivverträge für Pensionierte nach Einschätzung der Initiativgruppe rechtlich nicht möglich sei, schlägt sie einen anderen Weg vor: Das Land solle über ein eigenes Landesgesetz, etwa im Rahmen des Finanzgesetzes, einen autonomen Sonderfonds einrichten. Dieser soll eine einmalige, spürbare Ausgleichszahlung für betroffene pensionierte und kürzlich pensionierte Staatslehrpersonen ermöglichen.
Die Initiativgruppe fordert, die aus ihrer Sicht historisch gewachsene Ungleichbehandlung öffentlich aufzuarbeiten und politisch zu lösen. Unterzeichnet ist der offene Brief von zehn Mitgliedern der Plattform Gerechter Ruhestand, darunter Florian Leimgruber, Josef Oberhollenzer, Edmund Irschara und Annelies Maurberger.




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