Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober

“Psychische Gesundheit junger Menschen ist ein Grundrecht”

Donnerstag, 08. Oktober 2026 | 13:33 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Junge Menschen wachsen heute in einer Welt auf, die von Leistungsdruck, dem Einfluss sozialer Medien, globalen Krisen und anhaltenden Unsicherheiten geprägt ist. „Diese Faktoren wirken sich zunehmend auf ihr emotionales Wohlbefinden aus. Umso wichtiger ist es, psychische Gesundheit bereits von klein auf zu fördern und einen frühzeitigen Zugang zu geeigneten Unterstützungsangeboten sicherzustellen, damit psychische Belastungen rechtzeitig erkannt und begleitet werden können“, unterstreicht Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober.

Viele Kinder und Jugendliche erleben Ängste, Stress, Einsamkeit oder andere psychische Belastungen, ohne mit jemandem darüber zu sprechen. Aus Scham, aus Angst, nicht verstanden oder beurteilt zu werden, oder weil sie keine Vertrauensperson finden. Häufig äußert sich psychisches Unwohlsein durch Verhaltensveränderungen, schulische Schwierigkeiten, sozialen Rückzug oder den Verlust von Interesse an Aktivitäten, die zuvor Freude bereitet haben.

„Psychische Gesundheit bedeutet weit mehr als die bloße Abwesenheit einer Erkrankung. Sie bedeutet, sich sicher, angenommen, gehört und wertgeschätzt zu fühlen, die eigenen Gefühle offen ausdrücken zu können und in einem Umfeld aufzuwachsen, das eine gesunde Entwicklung ermöglicht“, so Höller weiter. Stabile Beziehungen, ein unterstützendes familiäres, schulisches und soziales Umfeld sowie verlässliche Bezugspersonen tragen wesentlich dazu bei, die Resilienz von Kindern und Jugendlichen zu stärken und ihnen zu helfen, die Herausforderungen des Alltages zu bewältigen.

Die Förderung der psychischen Gesundheit ist eine gemeinsame Verantwortung von Familien, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdiensten, Institutionen und der gesamten Gesellschaft. In Prävention, emotionale Bildung und leicht zugängliche Unterstützungsangebote zu investieren bedeutet, ein grundlegendes Recht zu schützen, das auch in der UN-Kinderrechtskonvention klar verankert ist. „Jedes Kind hat das Recht, gesund aufzuwachsen – sowohl körperlich als auch psychisch. Jungen Menschen zuzuhören, ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihnen rechtzeitig Unterstützung anzubieten, bedeutet, in ihre Zukunft und in die Zukunft unserer Gesellschaft zu investieren. Psychische Gesundheit darf kein Tabuthema sein, sondern muss als gemeinsame Verantwortung verstanden werden“, betont Kinder- und Jugendanwältin Höller abschließend.

Bezirk: Bozen

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