Von: importer
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist erneut von ballistischen Raketen aus Russland getroffen worden – und auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die Staatsführung. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko sei ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen worden und in Flammen aufgegangen, es gebe mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte.
Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn vor Journalisten. Auch die ukrainische Luftwaffe habe dies bestätigt. Die Ukraine verließ sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bisher vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer NATO-Mitgliedsstaaten. Die US-Regierung bestritt zuletzt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.
Munitionsmangel verschärft Probleme
Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition.
Verschärft wird die Notlage der Ukraine durch die jüngsten Spannungen zwischen Kiew und Washington. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte am Dienstag erneut ausgebliebene Warnungen der Verbündeten vor Raketenangriffen. “Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern”, schrieb er auf Facebook. Ein Heizkraftwerk im Osten Kiews sei getroffen worden, hinzu kamen demnach ein Toter und sechs Verletzte. Die Raketen seien erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden, sagte Selenskyj. Wenige Stunden später folgten die Angriffe auf Kiew.




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