Tauschvertrag

Rossi-Kaserne geht an das Land

Montag, 21. September 2026 | 17:42 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen/Bruneck – Der Plan zur Neuordnung und Aufwertung der Infrastrukturen des Verteidigungsministeriums in Südtirol wird fortgesetzt. Das Generalsekretariat des Verteidigungsministeriums setzt das Projekt zum Tausch und zur Aufwertung von Liegenschaften über die Generaldirektion für Bauarbeiten (GENIODIFE) in enger Zusammenarbeit mit dem Land Südtirol und der Staatlichen Agentur für Staatsgüter (Agenzia del Demanio) um. Damit wird die über Jahre gewachsene institutionelle Zusammenarbeit zur Aufwertung des Immobilienvermögens des Landes weiter gefestigt.

Am 21. September unterzeichneten Landeshauptmann Arno Kompatscher und die Direktorin der Staatlichen Agentur für Staatsgüter, Alessandra dal Verme, im Palais Widmann den 7. Tauschvertrag. Die Unterzeichnung erfolgte im Beisein des Generalsekretärs des Verteidigungsministeriums, Fabio Mattei, und des Generalstabschefs des Heeres, Generalleutnant Carmine Masiello. Damit wurde die zweite Teilfläche der Kaserne “Rossi” in Meran formell an das Land übertragen.

“Unser Ressort ist besonders stolz darauf, zur Aufwertung des Immobilienvermögens beizutragen, indem ehemalige Kasernenflächen in Räume für die Bürgerinnen und Bürger umgewandelt werden. Unser Motto lautet: Von den Kasernen zur Stadt – Orte der Vergangenheit in Räume der Zukunft verwandeln”, sagte der Direktor des Ressorts für öffentliche Arbeiten, Vermögensverwaltung, Grundbuch und Kataster, Daniel Bedin, der den zuständigen Landesrat Christian Bianchi vertrat.

Merans Bürgermeisterin Katharina Zeller begrüßte die Unterzeichnung der Vereinbarung zur Übertragung der ehemaligen Rossi-Kaserne an das Land Südtirol. “Es ist ein wichtiger Schritt, auf den wir seit Jahren gewartet haben, und eine große Chance für die zukünftige Entwicklung Merans. Nun wollen wir die ehemalige Rossi-Kaserne möglichst rasch für eine sinnvolle Zwischennutzung öffnen. Durch die Abtrennung von der Battisti-Kaserne sind dafür die Voraussetzungen geschaffen. Das Land muss nun Flächen und Gebäude zur Verfügung stellen, damit zeitnah Projekte, Initiativen und Aktivitäten von öffentlichem Interesse entstehen können. Gleichzeitig müssen wir gemeinsam die langfristige Entwicklung des gesamten Kasernenareals planen. Ziel muss es sein, neue Impulse für Meran zu setzen und die Stadt insbesondere für junge Menschen und innovative Unternehmen attraktiver zu machen”, sagte Zeller.

“Die Modernisierung der Infrastruktur ist eine Investition in die Zukunft des Heeres und vor allem in seine Soldatinnen und Soldaten. Effiziente und den Anforderungen einer modernen Streitkraft entsprechende Lebens- und Arbeitsbedingungen stärken das Personal und seine Fähigkeit, den täglichen Auftrag zu erfüllen”, sagte Generalleutnant Carmine Masiello. “Die neuen Gebäude der Kaserne ‘Lugramani’, die nach General Ivan Resce benannt wurden, sowie die Übertragung der Kaserne ‘Rossi’ an das Land Südtirol stehen für einen Wandel, der Innovation und Nachhaltigkeit verbindet. Der Mensch bleibt das wichtigste ‘Waffensystem’ des Militärs. In ihn zu investieren, schafft die Voraussetzungen, um die Herausforderungen von morgen wirksamer zu bewältigen. Möglich wird dies durch die langjährige Zusammenarbeit von Verteidigungsministerium, Institutionen und Land – zum Nutzen unserer Soldatinnen und Soldaten, der Gesellschaft und des gesamten Landes.”

Anschließend begab sich die Delegation zur Kaserne “Lugramani” in Bruneck, wo eine Gedenkfeier für Generalleutnant Ivan Resce mit Enthüllung einer Gedenktafel stattfand. Er hatte gemeinsam mit dem ehemaligen Landeshauptmann Luis Durnwalder das ursprüngliche Memorandum vorangetrieben. Eines der im Rahmen der Vereinbarungen errichteten Gebäude wurde ihm zu Ehren benannt. Die neuen Gebäude entsprechen den geltenden Vorgaben für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Energieeffizienz und einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Anschließend wurde das Band zur Fertigstellung der von GENIODIFE betreuten Arbeiten durchschnitten. Errichtet wurden zwei neue Mehrzweckgebäude, die die Einsatzfähigkeit des Heeres und die Unterbringungsstandards für das Personal verbessern.

Land übernimmt weitere Staatsgüter und saniert historische Bauten

Das Land Südtirol setzt außerdem seinen Weg der Aufwertung nicht mehr benötigter Staatsimmobilien fort. Durch Ankauf oder Tausch gegen Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen werden Liegenschaften des Staates übernommen, aufgewertet und künftig für Zwecke im Interesse der Bevölkerung genutzt.

Am 21. September wurden im Palais Widmann dazu drei wichtige Vereinbarungen unterzeichnet. Landeshauptmann Arno Kompatscher, die Generaldirektorin der Agentur für Staatsgüter Alessandra dal Verme, Regierungskommissärin Maddalena Travaglini und Quästor Giuseppe Ferrari unterzeichneten das Einvernehmensprotokoll zwischen Land, Staatsgüteragentur und Innenministerium zur Rationalisierung und Neuorganisation des Komplexes der ehemaligen “Sottoprefektur” und des ehemaligen Bezirksgefängnisses in Meran (LPA hat berichtet).

Nach der Unterzeichnung des Tauschvertrags für die Meraner Kaserne “Rossi”, über die in einer separaten Mitteilung berichtet wird, unterzeichneten Landeshauptmann Kompatscher und Generaldirektorin dal Verme zudem eine Feststellungsurkunde zur Ermittlung jener staatlichen Immobilien, die vom Staat nicht mehr benötigt werden und im Einvernehmen an das Land übertragen werden können.

“Das Einvernehmensprotokoll und die Feststellungsurkunde entspringen dem gemeinsamen Willen, das öffentliche Immobilienvermögen aufzuwerten und effizienter zu nutzen. Durch koordinierte Maßnahmen sollen staatliche Liegenschaften einer neuen Verwendung zugeführt und zugleich die Entwicklung des Landes unterstützt werden”, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher. “Damit wollen wir sowohl öffentliche Kosten reduzieren als auch Gebäude von historischem und strategischem Interesse erhalten, sanieren und einer sinnvollen Nutzung zuführen.”

“Staatliche Immobilien sind ein wichtiger Teil des historischen und kulturellen Erbes eines Landes. Die heutige Übertragung ist ein weiteres Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Staatsgüter, dem Verteidigungsministerium, dem Innenministerium und dem Land Südtirol”, sagte die Direktorin der Agentur für Staatsgüter, Alessandra Dal Verme.

“Das heute unterzeichnete Einvernehmensprotokoll schafft die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung eines historisch bedeutenden Gebäudekomplexes in Meran”, betonte Regierungskommissärin Maddalena Travaglini. “Von besonderer Bedeutung ist dabei die Modernisierung des Polizeikommissariats, das künftig besser auf die Anforderungen der öffentlichen Sicherheit und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgerichtet sein wird.”

Die Unterzeichnungs fand in Anwesenheit des Generalstabschefs des Heeres, General Carmine Masiello, des Generalsekretärs der Verteidigung Fabio Mattei, sowie des Generalsekretärs des Landes Südtirol, Eros Magnago, statt.

Bezirk: Bozen, Pustertal

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