Papst feierte Messe auf Place de la Concorde

Rund 800.000 Gläubige bei Papstmesse in Paris

Samstag, 26. September 2026 | 19:23 Uhr

Von: importer

Rund 800.000 Gläubige sind für eine große Messe mit Papst Leo XIV. im Stadtzentrum von Paris zusammengekommen. Das sind ungefähr 200.000 mehr als angekündigt. Das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken wurde auf der Place de la Concorde nahe den Champs-Élysées von einer riesigen Menschenmenge in Empfang genommen. Unter großem Jubel einer riesigen Menschenmenge war Leo XIV. zuvor im Papamobil die Champs-Élysées heruntergefahren.

An der Messe auf dem Place de la Concorde nahmen auch zahlreiche Politiker teil, unter anderem die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Laut Vatikan versammelten sich 800.000 Besucher auf der mehr als zwei Kilometer langen Strecke zwischen dem Triumphbogen und dem Platz.

Der in den USA geborene Pontifex hält sich seit Freitag zu einem Besuch in Frankreich auf. Am späten Samstagnachmittag geht es weiter in den Marien-Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten des Landes. Trotz der strengen Trennung zwischen Kirche und Staat wird Leo bei seinem ersten Frankreich-Aufenthalt sehr bejubelt.

“Nichts auf Erden kann jemals ganz zufriedenstellen”

Auf der Suche nach Sinn müsse man anerkennen, dass die Menschen auf Erden nichts jemals voll und ganz zufriedenstellen könne, sagte der Papst laut Kathpress in seiner Predigt. “Wenn wir glauben, unsere Aufgabe sei endlich erfüllt und unsere Anstrengungen hätten sich gelohnt, taucht sehr oft die innere Leere wieder auf”, so der Papst. Und um diese zu füllen, suchten die Menschen mitunter nach neuen Genüssen, nur um dieses innere Unbehagen nicht zu spüren. Doch nur Gott könne diese innere Leere füllen, erklärte Leo XIV.

Der Papst ermutigte die französischen Katholiken darum: “Behaltet den Glauben an Jesus Christus nicht nur für euch selbst!” Sie sollten ihn zu anderen Menschen bringen, um auch ihnen Erfüllung zu schenken. Leo XIV. dankte Familien für ihr Engagement bei der Glaubensverbreitung.

Treffen mit neu getauften Erwachsenen

Am Samstag kam Leo unter anderem mit Erwachsenen zusammen, die sich erst kürzlich hatten taufen lassen. An sie appellierte er, sich im Glauben an Christus nicht beirren zu lassen und den Glauben auch weiterzuverbreiten.

In Frankreich haben sich nach Angaben der französischen Bischofskonferenz im laufenden Jahr 13.000 Erwachsene taufen lassen, dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Allerdings hat sich die Zahl der Kindertaufen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert.

Am Vormittag rief der Papst zunächst zu einem würdevollen Umgang mit Migranten auf. Die Menschen sollten “jene sehen, die unsichtbar sind, und jene befreien, die durch die wirtschaftliche Lage in die Sklaverei gedrängt werden”, sagte er beim Besuch einer Einrichtung für Migranten in Paris. Die Geschichte der Kirche und der Menschheit sei nicht von denen geschrieben, die den Eindruck erwecken, zu siegen, indem sie sich durchsetzen. Die Geschichte werde vielmehr von denen gemacht, die sich um Frieden bemühen, Vertrauen schaffen und das Leben fördern.

Lange Schlangen schon vor Beginn

Zwar bilden die Katholiken in dem 69-Millionen-Einwohner-Land weiterhin die größte religiöse Gruppe in Frankreich. Der Anteil der Muslime hat in den vergangenen Jahren aber deutlich zugenommen. Viele bekennen sich überhaupt nicht mehr zu einer Religion.

In Frankreich gilt – bis auf einige Regionen im Osten – eine strikte Trennung von Kirche und Staat (Laizität). Trotzdem ist die Begeisterung für den Besuch des Papstes groß. Die Eingänge zur Messe auf der Place de la Concorde, einem der größten Plätze von Paris, waren schon Stunden vor Beginn um 15.00 Uhr blockiert.

Papst-Besucher im Fußballtrikot mit Rückennummer 14

Viele Gläubige vertrieben sich die Zeit vor Beginn der Messe mit Chorgesängen. Manche trugen Trikots der französischen Fußball-Nationalmannschaft mit dem Aufdruck “Pape Léon” (Papst Leo) und der Rückennummer 14. Aus Sicherheitsgründen war die Umgebung rund um die Champs-Élysées bis zur anderen Seite der Seine weiträumig abgesperrt.

Einer der Hunderttausenden, der Franzose Étienne Fabre, sagte: “Auf diesen Besuch haben wir hier in Paris fast 20 Jahre gewartet. Wir haben den Papst schmerzlich vermisst.” Zuletzt war der deutsche Papst Benedikt XVI. 2008 in der französischen Hauptstadt zu Besuch. Angesichts der Jubelszenen war in einigen französischen Medien von “papomanie” (Papstmanie) die Rede.

Für den Papst ist dies die erste Frankreich-Reise seit seiner Wahl im vergangenen Jahr. Letzte Station wird am Montag die Stadt Metz unweit der deutsch-französischen Grenze sein. Dort will der Pontifex aus den USA eine Europa-Rede halten.

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