Von: importer
Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat nach einem russischen Raketenangriff mit schweren Problemen bei der Stromversorgung zu kämpfen. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, der Stromausfall treffe auch die Versorgung mit Fernwärme und Wasser. Seinen Angaben nach zielte der Angriff auf Energieanlagen im Umland der Hauptstadt und im Nachbargebiet Schytomyr.
Bei dem Angriff wurde auch die Kiewer Nordbrücke über den Fluss Dnipro beschädigt und musste vorläufig gesperrt werden. Klitschko drehte ein kurzes Video auf der Brücke, das Schäden an der Fahrbahn und den Leitschienen zeigt. Seinen Angaben nach sind die Stromleitungen für Oberleitungsbusse abgerissen. Mit den Reparaturen sei bereits begonnen worden.
Kurz zuvor hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft vor einem neuen russischen Angriff auf Energieanlagen und die Brücken über den Fluss Dnipro gewarnt. Die Dreimillionenstadt Kiew wird durch den Dnipro geteilt. Jeder Ausfall der Brücken stört das Leben in der Stadt empfindlich. Klitschko sprach von fünf Verletzten in Kiew.
Moskau: Brücke dient ukrainischen Militärtransporten
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau begründete den Angriff auf die Brücke damit, dass sie auch ukrainischen Militärtransporten diene. Dabei wird wichtige Infrastruktur wie Brücken durch das Kriegsvölkerrecht besonders geschützt. Der Moskauer Auflistung zufolge wurden auch eine Fabrik für den ukrainischen Marschflugkörper Flamingo, das Kraftwerk von Tripillja südlich von Kiew und ein Umspannwerk im Gebiet Schytomyr attackiert. Die russischen Streitkräfte hätten darüber hinaus ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Das Schiff habe militärische Ausrüstung in die Ukraine transportiert.
In der Gebietshauptstadt Tschernihiw nördlich von Kiew führte der russische Angriff zu einem völligen Stromausfall, wie die Nachrichtenagentur UNIAN unter Berufung auf die Stadtverwaltung mitteilte. Der ukrainischen Flugabwehr gelang es nach Militärangaben, nachts vier ballistische Raketen sowie 149 von 172 russischen Kampfdrohnen abzuwehren.
Ukrainischer Angriff auf Raffinerie in Saratow
Ihrerseits griff das ukrainische Militär die Ölraffinerie in der russischen Stadt Saratow an der Wolga an. Die Gebietsverwaltung sprach von Schäden an mehreren Wohnhäusern, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Videos in sozialen Netzwerken zeigten dagegen Brände auf dem Raffineriegelände. Außerdem wurde Berichten zufolge eine Rüstungsfabrik in Orjol südwestlich von Moskau getroffen.
Russland führt seit 2022 einen verheerenden Angriffskrieg gegen die Ukraine und greift seit Wochen verstärkt Energieanlagen an, vor allem in Kiew und der Umgebung der Hauptstadt. Infolgedessen müssen Millionen Ukrainer mit stundenlangen Stromsperren, Ausfällen der Wasserversorgung und Heizung leben.




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen