Wolodymyr Selenskyj nimmt seine Partner in die Pflicht

Russland attackiert erneut ukrainische Energieinfrastruktur

Mittwoch, 14. Oktober 2026 | 09:47 Uhr

Von: importer

Ein schwerer russischer Luftangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur zeigt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Moskau die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Energie-Waffenruhe missachtet. Es habe sich in der Nacht auf Mittwoch um einen gezielten Angriff mit ballistischen Raketen auf genau die Anlagen gehandelt, die von der Vereinbarung abgedeckt seien, erklärte Selenskyj am Mittwoch auf der Kurznachrichtenplattform X.

Der Schlag sei in seinem Ausmaß völlig absichtlich und demonstrativ gewesen. “Russland hat den Vereinigten Staaten gegenüber noch nie eine derart ostentative Respektlosigkeit gezeigt”, so der ukrainische Präsident. Die Regierung in Moskau halte die Aussagen des US-Präsidenten nicht für stark.

Die russischen Streitkräfte attackierten zuvor nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau über Nacht sieben ukrainische Energieanlagen sowie ein Rechenzentrum. Die Ziele hätten dem ukrainischen Militär gedient, teilte das Ministerium mit. Bei den Angriffen mit bodengestützten Raketen und Langstreckendrohnen seien unter anderem zwei Heizkraftwerke in der Hauptstadt Kiew sowie ein weiteres in der umliegenden Region getroffen worden.

Zudem seien ein Heizkraftwerk und ein Wärmekraftwerk in Charkiw attackiert worden, die das ukrainische Militär im Südosten der Region versorgten. Das getroffene Rechenzentrum in Kiew sei genutzt worden, um Geheimdienstinformationen über die russischen Streitkräfte zu sammeln, heißt es in der Mitteilung weiter. Die russische Äußerung steht vor dem Hintergrund einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten “Energie-Waffenruhe”, bei der beide Seiten eigentlich Angriffe auf derartige Anlagen unterlassen sollten.

Raketen treffen Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde indes erneut von ballistischen Raketen aus Russland getroffen. Laut Bürgermeister Vitali Klitschko sei ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen worden und in Flammen aufgegangen, es gebe mindestens zwei Tote und mehr als 20 Verletzte. Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn vor Journalisten. Auch die ukrainische Luftwaffe habe dies bestätigt.

Die Ukraine verließ sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bisher vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer NATO-Mitgliedsstaaten. Die US-Regierung bestritt zuletzt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.

Ukraine: SpaceX schränkt Starlink-Nutzung für Militär ein

Unterdessen schränkte das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX nach ukrainischen Angaben die Nutzung seines Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär ein. Die militärische Version des Kommunikationsdienstes funktioniere nicht mehr bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde, teilte der Berater des ukrainischen Präsidenten, Serhij Beskrestnow, auf Telegram mit. Dies habe Kampfeinsätze beeinträchtigt.

“Unsere Verteidigungsstreitkräfte haben keine Vorwarnung über diese Einschränkung erhalten, und dies hat zur Unterbrechung mehrerer Missionen geführt”, schrieb er. Ein Insider aus dem an der südöstlichen Front eingesetzten 7. Schnellen Reaktionskorps bestätigte Ausfälle bei den Starlink-Verbindungen.

Ukrainischer Drohnenangriff in der russischen Oblast Saratow

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Oblast Saratow wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. In der Stadt Balakowo an der Wolga seien außerdem Häuser beschädigt worden, teilte Gouverneur Roman Busargin auf Telegram mit, ohne weitere Details zu nennen. In Balakowo gibt es ein Kernkraftwerk und ein Wasserkraftwerk, dessen Staudamm die Wolga überspannt.

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen