"Gefahr für die Gesundheit kennt keine Sprachbarrieren"

SHB fordert mehrsprachige Warnhinweise im Handel

Mittwoch, 23. September 2026 | 16:32 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Der Südtiroler Heimatbund (SHB) schlägt bezüglich mangelhafter Verbraucherinformationen im Südtiroler Lebensmittelhandel erneut Alarm. Anlass ist ein aktueller Eier-Rückruf wegen Salmonellengefahr, bei dem in einer Bozner Eurospar-Filiale die entsprechenden Sicherheits- und Rücknahmehinweise ausschließlich in italienischer Sprache ausgehängt wurden. Für den Heimatbund ist dies ein inakzeptabler Zustand, der nicht nur die verbrieften Rechte der deutschen Sprachgruppe verletzt, sondern im Ernstfall auch ein reales Gesundheitsrisiko darstellt.

„Gerade in der Landeshauptstadt Bozen, wo laut den jüngsten Daten fast ein Viertel der Bevölkerung der deutschen Sprachgruppe angehört, ist eine lückenlose Information im Sinne des Konsumentenschutzes unerlässlich. Wenn es um die Gesundheit und akute Gefahren im Alltag geht, darf es keine sprachlichen Kompromisse geben“, so SHB-Obmann Roland Lang.

Lang kritisiert die Praxis scharf: „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass Großverteiler wie Eurospar in Südtirol lebenswichtige Warnhinweise nur in einer Sprache veröffentlichen. Gesundheit und Gefahr kennen keine Sprachbarrieren. Wer ein Produkt wegen Salmonellengefahr zurückrufen muss, steht in der Pflicht, alle Kunden gleichermaßen zu warnen. Wenn wichtige Chargennummern und Rückgabeaufforderungen für deutsche Konsumenten unverständlich bleiben, wird das fundamentale Recht auf Sicherheit der Bürger aufs Spiel gesetzt.“

Der Südtiroler Heimatbund verweist in diesem Zusammenhang auf die bestehende Praxis im Südtiroler Handel. Während die Handelskammer Bozen formal festhalten muss, dass im privaten Lebensmittelsektor gesetzlich einzig die italienische Sprache als offizielle Amtssprache für Pflichtinformationen vorgeschrieben ist und Deutsch nur als freiwillige Zusatzangabe gilt, fordert der SHB eine dringende Anpassung an die Südtiroler Realität. Dass Großverteiler beim Aushang akuter Gesundheitswarnungen im Geschäft auf diese freiwillige Zweisprachigkeit verzichten, ist für den SHB ein eklatanter Mangel an Kundenfreundlichkeit und Respekt vor der lokalen Bevölkerung.

„Zweisprachigkeit ist in Südtirol kein optionaler Luxus, sondern eine verfassungsmäßige Pflicht und im Handel ein Gebot der grundlegenden Kundenfreundlichkeit. Wir fordern die Betreiber der Supermärkte und die zuständigen Kontrollbehörden auf, unverzüglich dafür zu sorgen, dass Lebensmittelrückrufe im Sinne des Verbraucherschutzes ausnahmslos und gut sichtbar in beiden Landessprachen zur Verfügung stehen. Die Gesundheit der Südtirolerinnen und Südtiroler darf nicht durch sprachliche Nachlässigkeit gefährdet werden“, so der SHB-Obmann.

Bezirk: Bozen

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