Weltposttag am 9. Oktober

STF: “Schluss mit Millionen für schlechten Postdienst”

Donnerstag, 08. Oktober 2026 | 12:39 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Das Land bezahlt jährlich elf Millionen Euro an die italienische Post für den Postdienst in Südtirol. Dennoch berichten Bürger zunehmend von verspäteten oder nicht zugestellten Briefen und Zeitungen, geschlossenen Postämtern und fehlender Zweisprachigkeit. Zum Weltposttag am 9. Oktober kritisiert die Süd-Tiroler Freiheit die weiterhin untragbaren Zustände bei der Post und fordert: “Schluss mit Millionen für schlechte Leistungen!”

Besonders kritisch sieht die Süd-Tiroler Freiheit den Umgang mit der Zweisprachigkeit. Wer öffentliche Dienstleistungen in Südtirol anbietet, sei verpflichtet, das Recht der Bürger auf Gebrauch ihrer Muttersprache zu gewährleisten. “Dieses Recht darf nicht davon abhängen, in welcher Filiale man landet oder welcher Mitarbeiter gerade am Schalter sitzt. Die Zweisprachigkeit muss im gesamten Postdienst selbstverständlich sein, vom Schalter über die Beschilderung bis hin zur Kommunikation mit den Kunden”, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Doch auch bei der Zustellung von Briefen und Zeitungen dürfe es keine Ausreden mehr geben, denn verspätete Briefe könnten für Bürger zu erheblichen Problemen führen. Verspätete Zeitungen seien nicht mehr aktuell und würden damit ihren Nutzen verlieren.

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert deshalb, das Abkommen mit der Poste Italiane nicht automatisch zu verlängern und stattdessen endlich Alternativen zu prüfen wie den Aufbau einer eigenen Landespost oder die Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Postanbieter aus Österreich oder Deutschland. “Zudem sollen Verstöße gegen die vereinbarten Leistungen konsequent geahndet werden. Wenn ein Unternehmen für die Erbringung eines öffentlichen Grunddienstes bezahlt wird, müssen die vereinbarten Standards auch tatsächlich eingehalten werden”, verlangt die Bewegung.

Der Weltposttag sollte laut Süd-Tiroler Freiheit zum Anlass genommen werden, die Zukunft des Postdienstes im Land grundsätzlich neu zu denken. Statt an einem System festzuhalten, das nicht funktioniere, brauche es endlich neue Lösungen. “Elf Millionen Euro im Jahr sind viel Geld. Dafür muss die Bevölkerung auch eine entsprechende Leistung bekommen. Wer bezahlt, darf Zuverlässigkeit, flächendeckende Versorgung und Zweisprachigkeit erwarten und nicht ständig neue Ausreden”, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Bezirk: Bozen

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