Von: Matthias Knapp
Bozen – Obwohl Südtirol bekanntlich doppelt so viel Strom produziert, als es selbst benötigt, hat das Land keinen Einfluss auf den Strompreis, der in Italien noch immer von den Gaspreisen abhängig ist. Nun plant Italien eine Reform des Energiemarktes und die Regulierungsbehörde ARERA hat angekündigt, bereits 2027 die bisherigen Tarifzonen neueinteilen und in lokale Marktzonen abändern zu wollen. „Diese Gelegenheit muss Südtirol nutzen, um über eine eigene Tarifzone günstigere Strompreise für Südtirols Haushalte und Wirtschaft gestalten zu können“, fordert der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber.
Durch die staatliche Neueinteilung der Tarifzonen soll mittelfristig der nationale Einheitspreis PUN, der als Referenz für den italienischen Stromgroßhandel dient, durch lokale Marktpreise abgelöst werden. Davon könnten besonders Gebiete wie Südtirol profitieren, die viel Strom aus erneuerbaren Energien produzieren und einen hohen Selbstversorgungsgrad aufweisen, so der Abgeordnete.
„Es ist fahrlässig, dass die Landesregierung dieses Thema noch nicht aktiv angegangen ist. Die sogenannte Heimholung der Wasserkraft kommt bei den Bürgern nicht an, denn trotz unserer enormen Stromproduktion beklagen wir seit Jahren die hohen Strompreise. Jetzt ergeben sich durch die Reform der Tarifzonen neue Chancen und ausgerechnet Südtirol bringt sich nicht ins Spiel?“, zeigt sich Leiter Reber verwundert.
Zwar blieben die Netzentgelte und Steuern, die immerhin rund 50 Prozent des Verbraucherpreises ausmachen von der Umstellung unberührt, doch auf den effektiven Energiepreis und damit auf die Hälfte des Strompreises würde sich aufgrund der idealen Voraussetzungen Südtirols eine eigene Tarifzone positiv auswirken, so Leiter Reber.
Bereits in der Oktobersitzung des Landtags will der parteifreie Abgeordnete die Landesregierung dazu auffordern, auf allen politischen Ebenen für eine eigene Markt- und Tarifzone einzutreten und sich auch direkt mit ARERA in Verbindung zu setzen. Gleichzeitig sollen auch die Vertreter des Landtags in der Sechser- und Zwölferkommission das Anliegen autonomiepolitisch voranbringen.




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