Auch Freiheitliche verteidigen Selbstbestimmungsrecht

Süd-Tiroler Freiheit zu Aussagen von Tajani: “Kein Besitz Italiens”

Montag, 21. September 2026 | 10:20 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – In einem Interview mit dem Corriere della Sera warnte Italiens Außenminister Antonio Tajani vor der Abspaltung Südtirols von Italien. Die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien sei keine „Diskussionssache“, so der Minister. Für die Süd-Tiroler Freiheit ist die staatliche Zugehörigkeit des Landes sehr wohl eine „Diskussionssache“, wie der Landtagsabgeordnete Sven Knoll in einer Aussendung betont.

„Wir haben deshalb eine Autonomie, weil wir eine österreichische Volksgruppe in einem uns fremden Staat sind“, erinnert der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit. „Das Völkerrecht sieht außerdem das Recht auf Selbstbestimmung vor. Es ist unser demokratisches Urrecht, über die Zukunft unseres Landes zu diskutieren und selbst darüber zu bestimmen, wo wir hingehören möchten.“ Südtirol und seine Menschen seien kein Besitz Italiens.

Gerade die ständigen Angriffe auf die Autonomie würden verdeutlichen, dass Südtirol bei Italien niemals eine sichere Zukunft haben werde, argumentiert die Bewegung. „Die Autonomie dient zum Schutz unserer Volksgruppe im Staat Italien. Der beste Schutz vor Italien wird aber immer sein, nicht zu Italien zu gehören“, unterstreicht Knoll abschließend.

Auch Freiheitliche verteidigen Selbstbestimmungsrecht

Die Südtiroler Freiheitlichen reagieren ebenfalls auf die Aussagen Tajanis und jener des italienischen Bildungslandesrats Marco Galateo sowie des Vermögenlandesrats Christian Bianchi. „Das Selbstbestimmungsrecht ist ein zentraler Bestandteil des Völkerrechts. Weder die Landesräte Galateo und Bianchi noch Außenminister Tajani werden sich über dieses Recht hinwegsetzen können. Im Gegenteil: Es bildet eine normative Arbeitsgrundlage für den Außenminister und seine diplomatischen Beziehungen und war zudem eine Grundlage der italienischen Einigung“, erklärt Freiheitlichen-Obmann Roland Stauder.

Die Freiheitlichen hätten das Selbstbestimmungsrecht bislang nicht konkret eingefordert. Laut Stauder verfolge seine Partei jedoch das Ziel, die Autonomie in Richtung größerer Unabhängigkeit weiterzuentwickeln – unter Wahrung demokratischer Prinzipien und unter Einbeziehung aller drei Sprachgruppen.

„Für Silvius Magnago stand stets außer Frage, dass das Selbstbestimmungsrecht durch keine Macht der Welt unterschlagen werden kann. Das hinderte ihn nicht daran, die Autonomie Südtirols in ihrer heutigen Form zu ermöglichen“, so die Freiheitlichen.

Einen Schritt in Richtung Selbstbestimmung könne ausschließlich die Bevölkerung Südtirols unter Wahrung des internationalen Rechts einfordern, wenn sie einen solchen Schritt aufgrund der politischen Rahmenbedingungen eines Tages für sinnvoll erachte.

„Wir glauben an die Weiterentwicklung der Autonomie im Konsens aller Sprachgruppen und auf dem Verhandlungsweg. Gleichzeitig verurteilen wir den Versuch, das politische Klima in Südtirol durch Angstmache und ethnische Spaltung negativ zu beeinflussen“, so Stauder abschließend.

Bezirk: Bozen

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