Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Südtirols Privatzimmervermieter sorgen seit Generationen dafür, dass Gäste das Land nicht nur besuchen, sondern erleben. Mit Gastfreundschaft und persönlichem Einsatz haben sie den Tourismus wesentlich mitgeprägt. Umso größer sei laut dem Team K das Unverständnis über eine Vorschrift, die viele Betroffene als realitätsfern empfinden: Wer eine Privatzimmervermietung neu übernimmt oder betreibt, muss einen verpflichtenden Ausbildungskurs mit 80 Unterrichtsstunden absolvieren. Die Kosten dafür liegen bei bis zu 3.000 Euro.
Für das Team K ist diese Verpflichtung unnötige Bürokratie. “Während Privatzimmervermieter einen teuren Pflichtkurs besuchen müssen, bleiben Hoteliers, Pensionen oder Garnis von vergleichbaren Vorgaben verschont.” Die Regelung gelte zudem rückwirkend für Personen, die ihre Tätigkeit seit August 2022 aufgenommen oder innerhalb der Familie übernommen haben. Kritisiert werden auch die Kurskosten von rund 2.300 Euro für Verbandsmitglieder und rund 3.000 Euro für Nichtmitglieder.
„Privatzimmervermieter sind seit Generationen ein wesentlicher Bestandteil des Südtiroler Tourismus. Sie brauchen keinen politisch verordneten Kurs, um Gastfreundschaft zu lernen. Diese Menschen haben das Gastgeben sozusagen in ihrer DNA. Wer jahrzehntelang Gäste beherbergt hat oder einen Familienbetrieb übernimmt, wird durch 80 Stunden Pflichtunterricht weder freundlicher noch professioneller. Diese Regelung wird von vielen Betroffenen als Schikane empfunden und gehört abgeschafft“, erklärt Alex Ploner.
Für besonderes Unverständnis sorge die Tatsache, dass der Kurs für Mitglieder des Verbandes der Privatvermieter deutlich günstiger angeboten wird als für Nichtmitglieder. Aus Sicht des Team K entstehe dadurch der Eindruck eines faktischen Monopols.
„Einen konkreten Vorteil haben hier wohl nur die Anbieter dieser Kurse. Die angestrebte ‘Stärkung der traditionellen Privatzimmervermietung’ durch diesen Kurs hingegen ist schwer nachvollziehbar. Die Qualität des Zimmervermieters regelt der Markt, durch die Bewertungen der Gäste im Internet. Es wäre stattdessen zielführender, die nicht gesetzteskonformen Kurzzeitvermieter (darunter viele Zweitwohnungen) durch schärfere Kontrollen ausfindig zu machen und Ortspolizei und Gemeinden dabei zu unterstützen”, sagt Paul Köllensperger.
Wie umstritten die Maßnahme ist, zeige die öffentliche Debatte: Bereits im Sommer wandten sich 24 Tourismusorganisationen in einem offenen Brief gegen Teile der Regelung. Kritisiert wurden insbesondere die rückwirkende Anwendung sowie die Ausbildungspflicht bei Betriebsübergaben innerhalb der Familie. Aus Sicht des Team K wäre es sinnvoller, “Gemeinden und Ortspolizei bei der Kontrolle illegaler Kurzzeitvermietungen zu unterstützen, statt jene Gastgeber mit zusätzlichen Kosten und neuer Bürokratie zu belasten, die seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zum Südtiroler Tourismus leisten.” Das Team K fordert daher die Abschaffung der verpflichtenden Kurse.




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