Von: importer
Bei zwei Angriffen auf den internationalen Flughafen König Khalid in Riad sind drei saudi-arabische Staatsbürger getötet worden. Zudem seien mehrere Menschen verletzt worden, teilte die saudi-arabische Luftfahrtbehörde am Freitag mit. Am Donnerstag hatte die pro-iranische Houthi-Miliz, die weite Teile des Jemen beherrscht, erneut einen Angriff auf den Flughafen in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad für sich reklamiert.
Damit eskaliert der Konflikt zwischen den Houthi und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen sowie Saudi-Arabien selbst und seinen Verbündeten weiter. Die vom Iran unterstützten Houthi hatten am Donnerstag nämlich zugleich davor gewarnt, dass alle Ölanlagen des Nachbarlandes Ziele ihrer Angriffe werden könnten. Die Miliz hatte in der Vergangenheit bereits Angriffe auf Anlagen des staatlichen Ölkonzerns ARAMCO in Saudi-Arabien für sich beansprucht.
Der Bürgerkrieg im Jemen war im Sommer im Zuge des Iran-Krieges der USA und Israels erneut aufgeflammt. Seitdem kämpfen die Houthi erneut gegen die von Saudi-Arabien unterstützte international anerkannte Regierung. Saudi-Arabien, ein Verbündeter der USA und Regionalrivale des Iran, fliegt dabei immer wieder auch Luftangriffe im Nachbarland.
Angriffe auch auf andere Ziele
Die Houthi-Rebellen erklärten am Donnerstag, sie hätten den Flughafen mit zwei Marschflugkörpern angegriffen. Die Miliz gab zudem an, einen Flughafen in der südwestlichen Stadt Najran sowie einen Luftwaffenstützpunkt in Khamis Mushait mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Die saudi-arabischen Behörden bestätigten den Angriff auf Najran bisher nicht.
Die Houthi begründen ihre Angriffe mit der saudi-arabischen Militärhilfe für die Regierungstruppen im jemenitischen Bürgerkrieg. Saudi-Arabien unterstützt eine Offensive der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung des Jemen zur Rückeroberung von Gebieten, die seit Jahren von den Houthi kontrolliert werden.
Saudi-arabische Behörden hatten schon am Mittwoch mitgeteilt, dass bei früheren Angriffen auf die Flughäfen in Riad und Abha im Südwesten des Landes im Laufe der Woche drei Menschen getötet worden seien. Der Konflikt gilt mittlerweile als eine Ausweitung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Er schürt die Instabilität in der Region und droht, andere Staaten in die Kämpfe hineinzuziehen.
Keine AUA-Flüge
Der Flughafenbetrieb sei inzwischen wieder aufgenommen worden, so die saudi-arabische Luftfahrtbehörde. Der Flugverkehr laufe normal. Man arbeite mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, um die Schäden zu bewerten und die Sicherheit des Flugverkehrs zu gewährleisten.
Die Airlines der Lufthansa Group – dazu gehört auch die AUA – teilten mit, ihre Flüge nach Riad bis einschließlich 16. Oktober aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Region zu streichen.
Ausblick eher negativ
Saudi-Arabien hat für die nahe Zukunft eine Waffenruhe mit den Houthi ausgeschlossen. Riad werde sich der “militärischen Erpressung” durch die Huthis nicht beugen, sagten regionale Kreise am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Kreise, die anonym bleiben wollten, sagten, Saudi-Arabien werde keinem Waffenstillstand und keiner Waffenruhe zustimmen, bis die von Riad unterstützte Regierung des Jemen alle Gebiete zurückerobert habe, die sie in den vergangenen Wochen verloren hatte.
Der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses, Turki al-Maliki, warnte unterdessen, dass die Angriffe der Houthi auf Zivilisten und zivile Infrastruktur mit “entschlossenen Gegenmaßnahmen” beantwortet würden.




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