Von: importer
Durch russische Fliegerbomben sind in der ostukrainischen Großstadt Charkiw nach neuesten Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Die Ermittlungsbehörden sprachen von 59 Verletzten. Unter den Trümmern eines Wohnhauses werde weiter nach möglichen weiteren Opfern gesucht. “Die Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs dauert an”, teilte das ukrainische Innenministerium Montagabend mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft an baldige Friedensverhandlungen.
Nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow griff die russische Luftwaffe die Stadt mit drei Gleitbomben an. Kampfjets klinken diese Bomben im sicheren eigenen Luftraum aus, sie fliegen dann gesteuert über Dutzende Kilometer ins Ziel. Schon in der Nacht war in Charkiw ein Mann bei einem russischen Angriff getötet worden. Dabei hatte die russische Armee unter anderem kleine Marschflugkörper des Typs Banderol eingesetzt.
Angriff auf Grenzübergang nach Moldau
Im Süden der Ukraine schlug während eines russischen Angriffs ein Geschoss an einem Grenzübergang zur Republik Moldau ein. Dabei wurde nach Medienberichten ein ukrainischer Grenzbeamter leicht verletzt. Ein Reisebus und ein Abfertigungshäuschen am Übergang nach Palanca in Moldau seien beschädigt worden.
Russland hat in den vergangenen Wochen immer wieder ukrainische Grenzübergänge nach Polen, Moldau und Rumänien angegriffen. Auf diese Weise soll die Ukraine isoliert werden.
Selenskyj erwartet Verhandlungen noch im Oktober
Der ukrainische Präsident Selenskyj hofft trotz der verstärkten russischen Angriffe auf sein Land auf eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Beendigung des Kriegs. “Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren”, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. “Diese Bereitschaft muss nun auch von Russland kommen.”
Die Diplomatie müsse nun auch in Russland zur Priorität werden. “Bisher konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa”, sagte Selenskyj. Eine wichtige Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, “zu konkreten Schritten statt zu Tötungen”.
Russland hat seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine mehrfach angedeutet, zu Verhandlungen unter Bedingungen bereit zu sein, sich dann aber wieder distanziert. Eine echte Gesprächsbereitschaft Moskaus wird von Kiew, seinen westlichen Verbündeten und Beobachtern stark angezweifelt.
Kremlchef Wladimir Putin hatte Anfang des Monats erneut betont, Russland sei bereit, Verhandlungen aufzunehmen und schnellstmöglich abzuschließen. “Aber natürlich zu Bedingungen, die auch für die Russische Föderation, für unser Volk und für das russische Volk akzeptabel sind”, schränkte er ein.




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