Trump bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung

Trump droht Iran vor UNO-Vollversammlung mit “Hölle”

Dienstag, 22. September 2026 | 18:22 Uhr

Von: importer

US-Präsident Donald Trump hat vor der UNO-Vollversammlung in New York eine weitreichende Entscheidung im Iran-Krieg in Aussicht gestellt. Option eins sei ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden, sagte Trump am Dienstag in New York. Der andere Weg sei die Vernichtung der Islamischen Republik, sodass sie nie wieder die Chance habe, Menschen zu töten oder Länder zu zerstören. Wähle der Iran den Krieg, lande das Land in der “Hölle”.

Die Rüstungsindustrie fahre derzeit die Produktion hoch, sodass Munition im Überfluss vorhanden sein werde, behauptete Trump. Allerdings glaube er, dass Teheran nach den US-Kongresswahlen im November ein Abkommen abschließen werde. Vertreter des Iran verfolgten seine Äußerungen regungslos.

Trump: Iranische Raketen konnten Europa erreichen

Trump verteidigte außerdem seinen Iran-Krieg. Der Iran sei “der Tyrann des Nahen Ostens” gewesen, sei das nun aber nicht mehr, sagte Trump zum Auftakt der Generaldebatte. Als Politiker sei er stets unerschütterlich geblieben. Der Iran habe eine Rakete entwickelt, “die Europa erreichen konnte, und sie waren sehr stolz darauf. Er hoffe, die Europäer hätten erkannt, dass Irans Ziel darin bestanden habe, “seinen irrwitzigen Wettlauf zur Atombombe zu vollenden””, sagte Trump in seiner Rede. Im März dieses Jahres hatte der Iran zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste.

“Ich werde niemals zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt”, bekräftigte Trump. “Wenn sie Erfolg gehabt hätten, wäre dieses verbrecherische Regime für immer in der Lage gewesen, Terror und Tod zu verbreiten”, sagte Trump, der die Angriffe auf den Iran verteidigte. Bei der Operation “Midnight Hammer” im Juni 2025 habe das US-Militär Irans Atomprogramm vollständig zerstört.

Ende Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran gemeinsam begonnen. Teheran reagierte darauf mit Gegenangriffen in der Region. Die USA begründeten ihren militärischen Einsatz unter anderem damit, verhindern zu wollen, dass der Iran jemals eine Atomwaffe erlange. Im Verlauf des Kriegs wurde der Streit um das umstrittene iranische Atomprogramm allerdings zunehmend von einem anderen Problem überlagert, das vor den amerikanisch-israelischen Angriffen noch nicht bestand: die Kontrolle über die Straße von Hormuz.

Der Iran brachte den Schiffsverkehr in der für den Ölhandel zentralen Meerenge schon kurz nach Kriegsbeginn mit Drohungen und Angriffen faktisch zum Erliegen. Weltweit stiegen daraufhin die Öl- und Treibstoffpreise – eine Kriegsfolge, die viele der in New York anwesenden Staats- und Regierungschefs betrifft. Präsident Trump und seine Republikaner setzte das vor den wichtigen Parlamentswahlen Anfang November innenpolitisch unter Druck. Der Iran-Krieg ist in den USA unbeliebt. Er zieht sich inzwischen seit fast sieben Monaten – und damit deutlich länger als die paar Wochen, die Trump zu Beginn dafür anberaumt hatte.

Trump wollte sich nach seiner Rede nachmittags (Ortszeit) mit Vertretern der Golfstaaten treffen, die von den Folgen des Krieges besonders betroffen sind. Experten erwarteten von dem Gespräch jedoch keinen Durchbruch. Ob sich Trump in New York auch mit dem iranischen Präsidenten Massud Pezeshkian treffen würde, war zunächst offen. US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich zu entsprechenden Spekulationen nicht direkt – schloss ein Treffen aber auch nicht aus.

Iran stellt neuen diplomatischen Anlauf in Aussicht

Die iranische Staatsführung stellte unterdessen einen neuen diplomatischen Anlauf in Aussicht. “Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften”, sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf laut iranischen Medienberichten. Bereitschaft zu schnellen Zugeständnissen signalisierte er aber nicht. An Trump gerichtet sagte Ghalibaf: “Er muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den Streitkräften seine Macht nicht aufzwingen kann.”

Trump kündigt zwei große neue US-Militärbasen in Grönland an

Trump wollte direkt nach seiner Rede vor den Vereinten Nationen die Bühne in New York nutzen, um eine Einigung in einem Streit zu präsentieren, den er selbst erst auslöste. Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht – und damit nicht nur den NATO-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der weltgrößten Militärallianz und gegenseitigen Bündnistreue geweckt.

Trump kündigte nun eine größere US-amerikanische Präsenz auf der Arktisinsel an. Bei der UNO-Vollversammlung sagte Trump, sein Land plane zwei große neue Militärstützpunkte in Grönland. “Keinem Feind der USA wird es jemals mehr erlaubt sein, eine militärische Präsenz in Grönland aufzubauen”, so der US-Präsident. Auch “sensible Investitionen” in dem Land könnten künftig nicht ohne Genehmigung der USA getätigt werden. Trump, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen unterzeichneten am Dienstag eine Vereinbarung.

Treffen mit Selenskyj

Zudem wollte Trump sich im Laufe des Tages in New York mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen. Dabei sollte es unter anderem um eine mögliche Teilwaffenruhe im Krieg mit Russland gehen, die für Angriffe auf Energieanlagen und zur See gelten würde. Auch hier wurde nicht erwartet, dass es hier einen Durchbruch geben würde.

In seiner Rede stellte Trump nun abermals ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs in Aussicht. Die USA arbeiteten eng mit der Führung Russlands und der Ukraine zusammen, sagte er in New York. Man werde den Konflikt lösen – und zwar schneller als die Leute dächten, behauptete Trump. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine läuft seit Februar 2022 und frühere Ankündigungen Trumps, den Konflikt beenden zu können, blieben seither folgenlos.

Zugleich deutete der US-Präsident an, dass er den Druck auf Russland verstärken könnte. Er verwies auf das jüngst verabschiedete US-Gesetz, das ihm Vollmachten gibt, neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. “Und wenn es nötig wird, werde ich sie verwenden müssen”, sagte Trump vor den Vereinten Nationen. Seine Regierung hatte die Unterstützung der Ukraine im Vergleich zu Maßnahmen unter seinem Vorgänger Joe Biden zurückgefahren.

Relativ kurze Rede

Trump feierte sich erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg. Genau vor einem Jahr seien am Rande der damaligen UNO-Generaldebatte die ersten Schritte dafür getan worden, sagte Trump. “Das hat alles verändert. Einige Wochen später haben wir den Gaza-Krieg beendet und Tausende Leben gerettet.”

Trump fasste sich bei seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung diesmal vergleichsweise kurz. Trumps Ansprache war knapp 40 Minuten lang. Im vergangenen Jahr hatte der US-Präsident knapp eine Stunde, also fast 20 Minuten länger, gesprochen. Eigentlich sind alle Rednerinnen und Redner bei der UNO-Generaldebatte angehalten, ihre Ansprachen auf nicht länger als 15 Minuten zu begrenzen. In der Praxis hält sich aber so gut wie niemand daran.

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