Juristin erst seit Montag im Amt

Trump-Sprecherin Zacharia nach wenigen Tagen entlassen

Freitag, 16. Oktober 2026 | 23:32 Uhr

Von: importer

US-Präsident Donald Trump hat seine neue Sprecherin Katie Zacharia nach wenigen Tagen im Amt wieder entlassen. Zacharia sei freigestellt worden, sagten zwei US-Regierungsvertreter am Freitag. Zacharia, die ihr Amt erst am Montag angetreten hatte, sah sich tagelang Fragen zu ihrem juristischen Werdegang sowie Kritik an ihrem Auftreten bei Medienterminen ausgesetzt. Trump hatte sie als Anwältin präsentiert, obwohl sie die dafür notwendige Prüfung nicht bestanden hatte.

Zacharia hatte am Dienstag ihre erste offizielle Pressekonferenz gegeben. Kurz darauf kamen Fragen zu ihrer juristischen Laufbahn auf. Zacharia selbst erklärte am Mittwoch schriftlich, sie habe im Bereich des internationalen Transaktionsrechts praktiziert. Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters ergaben jedoch, dass sie in keinem US-Bundesstaat als Anwältin registriert ist. In einem TV-Interview am Donnerstag räumte Zacharia schließlich ein, die Anwaltsprüfung (“bar exam”) nicht bestanden zu haben, das für eine Zulassung als Rechtsanwältin in den USA nötig ist.

Trump erklärte am Freitag vor Journalisten, er habe Zacharia wegen der harten Medienberichterstattung geraten, ihre Entscheidung für das Amt zu überdenken. “Ich habe ihr gesagt: ‘Ich denke, es ist besser für dich, glücklich zu sein, und ich bin mir nicht sicher, ob man in diesem Job jemals glücklich sein kann'”, sagte Trump. Ob Zacharia im Amt bleibe, wolle er ihr selbst überlassen. Mehrere US-Medien berichteten dagegen, dass er sie gefeuert habe. Er habe es nicht eilig, die Nachfolge zu regeln. Allerdings stehen in gut zwei Wochen die Zwischenwahlen zum Kongress an, bei denen Trumps Republikaner ihre Mehrheit verteidigen wollen.

Zacharias Amtszeit gilt als die kürzeste in der Geschichte der Sprecher und Sprecherinnen des Weißen Hauses. Anthony Scaramucci war unter Trump im Jahr 2017 zehn Tage lang als Kommunikationsdirektor im Amt. Zacharias Vorgängerin Karoline Leavitt hatte ihren Posten im August abgegeben, um nach eigenen Angaben künftig mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.

Holpriger Start, bereits vor der ersten Pressekonferenz

Zacharia war Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August verlassen hatte. Trump hatte die Personalie erst am Sonntag öffentlich gemacht. Am Montag, der in den USA der Feiertag Columbus Day war, trat sie den Job an. Am Dienstag gab sie ihre erste Pressekonferenz. Von ihrem ersten Auftritt vor der Presse blieben dann vor allem Versprecher und ein ungewöhnlich schnelles Ende nach nur wenigen Fragen in Erinnerung.

Bei der Ankündigung war Trump noch voll des Lobs für Zacharia: “Ich bin zuversichtlich, dass Katie als neue Pressesprecherin des Weißen Hauses starke Ergebnisse für unser Land erzielen wird”, schrieb er.

Die Personalentscheidung kam anscheinend überraschend, wie Zacharia selbst im Interview des rechtskonservativen Senders Real America’s Voice schilderte: So habe Trump sie angerufen, worauf sie am Donnerstag losgeflogen sei, um ihn am Freitag zu treffen. Noch am gleichen Tag habe sie das Jobangebot angenommen, sagte sie weiter. Samstag sei sie dann zurück nach Kalifornien geflogen, um ihre Koffer zu packen und am Sonntag zurück in die US-Hauptstadt zu fliegen. “Er bat mich, am Montag im Büro zu sein, und ich erschien am Montag”, sagte sie.

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