Selenskyj kritisiert US-Regierung

Ukraine nimmt Angriffe auf russische Raffinerien wieder auf

Donnerstag, 15. Oktober 2026 | 09:21 Uhr

Von: importer

Die Ukraine will ihre Angriffe auf russische Öl-Raffinerien wieder aufnehmen. Dies kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der “Financial Times” an. “Die Blockade ist aufgehoben. Wir sind damit durch”, sagte Selenskyj der Zeitung. Die Ukraine hatte die Angriffe Selenskyj zufolge Anfang der Woche für zwei Tage ausgesetzt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen angekündigt hatte.

Hintergrund war ein Diesel-Lieferabkommen mit Russland. Trump wollte damit kurz vor den US-Kongresswahlen die Kraftstoffpreise senken, die seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran im Februar stark gestiegen sind. Russland griff aber dennoch weiter ukrainische Energieanlagen an.

Konflikt um Geheimdienstdaten

Dem ukrainischen Präsidenten zufolge hatten US-Militärs gedroht, Geheimdienstdaten zurückzuhalten, sollten die Angriffe auf russische Raffinerien nicht aufhören. Doch trotz der zweitägigen ukrainischen Kampfpause seien den Streitkräften US-Frühwarnungen vor anfliegenden ballistischen Raketen vorenthalten worden, kritisierte Selenskyj. Die US-Seite habe dies später als technische Störung bezeichnet. Zudem sei der Satellitendienst Starlink des Tech-Unternehmers und Trump-Unterstützers Elon Musk in der Ukraine gedrosselt worden, was Einsätze an der Front und ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet behindert habe. Selenskyj wies jedoch die Darstellung einer Panne zurück: Es sei kein technisches Problem gewesen, sondern Absicht, sagte er.

Trump hatte am Samstag die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur scharf kritisiert und die Ablösung Selenskyjs gefordert. Auf die Frage, ob die Ukraine für eine Verbesserung der Beziehungen zum Weißen Haus zu einem erneuten Verzicht auf die Angriffe bereit wäre, sagte Selenskyj, dies sei nur möglich, wenn sein Land im Gegenzug weitere Patriot-Luftabwehrraketen aus US-Produktion erhalte. Dies sei das Minimum, erklärte der Präsident.

Selenskyj übte in dem Interview auch Kritik an dem Bestreben der US-Regierung, Geschäfte mit Moskau abzuschließen. Zudem warf er Trump vor, offenbar Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu hegen.

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