Von: Matthias Knapp
Kaltern – Mit Verwunderung und Enttäuschung nimmt der Verein Unser Wald – Il nostro bosco zur Kenntnis, dass ihm für das Jahr 2026 von der Gemeinde Kaltern keinerlei laufender Beitrag gewährt wird, obwohl der Verein das Ansuchen ordnungsgemäß eingereicht und seine umfangreiche Tätigkeit für Umwelt-, Landschafts- und Waldschutz detailliert dokumentiert hat. Die Gemeinde teilte mit Schreiben vom 28. August 2026 lediglich mit, dass „kein Beitrag gewährt“ werde. Eine Begründung wurde nicht gegeben.
Besonders widersprüchlich erscheint dem Verein diese Entscheidung vor dem Hintergrund der öffentlichen Selbstdarstellung der Gemeinde. „Kaltern präsentiert sich gerne als Klimagemeinde und betont immer wieder die Bedeutung von Natur-, Landschafts- und Waldschutz. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprogramms wird die Schaffung klimaangepasster und resilienter Dörfer als zentrales Ziel genannt. Bodenversiegelung soll reduziert, die Biodiversität gesteigert und der Schutz wertvoller Waldflächen ausgebaut werden“, erklärt der Verein in einer Aussendung. Die Einbindung der Bevölkerung und die ökologische Verantwortung würden als wesentliche Grundlagen für die touristische Entwicklung hervorgehoben. Zudem werde die Landschaft der Gemeinde als besonders sensibel eingestuft.
Auch die Jugend von Kaltern habe im Rahmen der Zukunftswerkstatt deutlich gemacht, welche Maßnahmen sie als wichtig für die Zukunft erachte. „Baumpflanzungen wurden dabei als eines der zentralen Ergebnisse genannt. Grünräume und Bäume sollen nach den Vorstellungen der Bevölkerung und der Gemeindeentwicklung eine wichtige Rolle spielen“, so der Verein.
Umso mehr stellt sich für die Vereinsmitglieder die Frage: Wie sind diese ambitionierten Ziele mit der Entscheidung vereinbar, einem ehrenamtlich tätigen Verein, dessen Hauptzweck die Erhaltung des Waldes und die Sensibilisierung der Bevölkerung für dessen ökologische Bedeutung ist, keinerlei Unterstützung zu gewähren?
Der Verein Unser Wald – Il nostro bosco weist in seinem Beitragsansuchen auf viele Mitglieder, zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, Vorträge, Exkursionen, Bildungsangebote, Kulturinitiativen sowie regelmäßige Informationsarbeit hin – immer mit dem Ziel der Förderung von Umwelt- und Landschaftsschutz, Bildung, Gesundheit, Erholung und für den Erhalt des Waldes für kommende Generationen.
„Besonders bemerkenswert ist, dass die Gemeinde später auf Nachfrage mitteilte, es gebe nicht einmal einen formellen Beschluss über die Nichtgewährung des Beitrags. Die Angelegenheit sei lediglich im Gemeindeausschuss besprochen worden und liege in dessen Ermessen. Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Vereinbarkeit dieser Entscheidung mit den öffentlich verkündeten Zielen der Gemeinde, sondern auch nach der Wertschätzung des Ehrenamtes. Wenn ein Verein, der sich ausschließlich für den Schutz des Waldes, für Biodiversität, Umweltbildung und eine nachhaltige Entwicklung einsetzt, keinerlei Förderung erhält, welches Signal wird damit an jene Bürgerinnen und Bürger gesendet, die unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit für das Gemeinwohl leisten?“, fragt der Verein.
Die Glaubwürdigkeit politischer Ziele misst sich laut Verein nicht an Hochglanzbroschüren, Leitbildern oder Präsentationen. Sie zeige sich in konkreten Entscheidungen. „Wer von Klimaanpassung, Biodiversität, Baumpflanzungen und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen spricht, sollte jene Menschen und Organisationen unterstützen, die genau diese Ziele Tag für Tag mit ehrenamtlichem Einsatz verfolgen“, so die Mitglieder des Vereins.
Der Verein Unser Wald – Il nostro bosco fordert eine nachvollziehbare Erklärung für die Ablehnung des Beitrages und eine offene Diskussion darüber, welchen Stellenwert Waldschutz, Bürgerengagement und die Interessen kommender Generationen in Kaltern tatsächlich haben. „Denn zwischen den ambitionierten Zielen der Gemeinde und der Verweigerung jeglicher Unterstützung für einen engagierten Waldschutzverein klafft derzeit eine schwer nachvollziehbare Lücke“, betont der Verein.




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