Von: Matthias Knapp
Rom – Antonio Tajani hat mit seinen Äußerungen über die „richtige“ Frau zum Heiraten eine Debatte über Frauenbilder und äußerliche Zuschreibungen ausgelöst. Der italienische Außenminister und stellvertretende Ministerpräsident sagte am 18. September bei der politischen Forza-Italia-Veranstaltung „Itaca“ in Formello bei Rom, er würde seinem Sohn eher eine weniger hübsche Frau mit einem längeren Rock empfehlen. Auch SVP-Senatorin Julia Unterberger meldet sich zu Wort.
„Ich glaube auch, dass Tajani die Frauen nicht beleidigen wollte. Aber genau darin liegt das Problem: Er ist sich offenbar nicht bewusst, wie frauenfeindlich und wie voller Stereotypen seine Aussagen über die Kriterien für die Wahl einer guten Ehefrau sind. Seine Worte sagen viel über das Niveau der Debatte in Italien aus. Das Patriarchat ist in den Köpfen leider noch immer tief verwurzelt“, sagte die Vorsitzende der Autonomiegruppe während des Protests der Senatorinnen der Opposition im Plenum.
Seinem Sohn rate Tajani zu einer weniger schönen Frau, die einen längeren Rock trägt. Denn eine solche Frau würde für Stabilität in der Familie und im Haushalt sorgen und wäre sicherlich eine gute Mutter. Attraktivere Frauen hingegen würden eher dazu neigen, ihren Partner zu betrügen. „Diese Worte passen eher in die 50-er Jahre des letzten Jahrhunderts. Statt sich zu entschuldigen, sollte Tajani über sein Frauenbild nachdenken. Wir sind im Jahr 2026“, erklärt Unterberger abschließend.




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