Ersatzbusse bleiben weiterhin im Einsatz

Vinschger Bahn soll wieder verlässlicher werden

Donnerstag, 01. Oktober 2026 | 16:14 Uhr

Von: Matthias Knapp

Schlanders – Am 30. September sind in Schlanders Südtirols Mobilitätsverantwortliche mit Vertreterinnen und Vertretern der Vinschger Gemeinden und des Tourismus zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Störungen im Zusammenhang mit dem neuen Betriebskonzept der Vinschger Bahn.

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, Ressortdirektor Martin Vallazza und Michael Prader von der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) tauschten sich mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Tourismus über die Schwierigkeiten aus, mit denen die Fahrgäste derzeit konfrontiert sind. Besprochen wurden auch die nächsten Schritte, um den Bahnbetrieb zu stabilisieren.

Neue Züge und neue Technik müssen zusammenspielen

Mit der Elektrifizierung wird die Vinschger Bahn umfassend modernisiert. Künftig sollen die neuen Elektrozüge über Meran hinaus bis nach Bozen und später bis nach Innsbruck verkehren. Dafür werden neben den Zügen auch die Stromversorgung sowie die Systeme zur Steuerung und Sicherung des Bahnverkehrs erneuert. Die Vinschger Bahn ist die erste Regionalbahnstrecke Italiens, auf der das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 eingesetzt wird.

Derzeit funktioniert das Zusammenspiel dieser neuen Systeme noch nicht durchgehend wie vorgesehen. Betroffen sind insbesondere die automatische Betriebssteuerung und einzelne technische Komponenten der neuen Züge. Die Folge sind Unregelmäßigkeiten im Betrieb und Verspätungen. Da mehrere neue Systeme gleichzeitig eingeführt werden, benötigt die Fehlersuche oft Zeit.

Die neuen Züge werden im Vinschgau getestet und schrittweise in Betrieb genommen. Deshalb sind die Auswirkungen der Anlaufphase dort besonders spürbar. Prader erklärte, dass ein Großteil der festgestellten Probleme bereits behoben werden konnte. Ein Team des Herstellers Alstom arbeitet vor Ort an den noch offenen Punkten. Ziel ist es, einen verlässlichen Stundentakt sicherzustellen.

Warum derzeit in Latsch umgestiegen werden muss

Die neuen Elektrozüge dürfen derzeit noch nicht bis nach Meran fahren. Es fehlen noch die erforderlichen Genehmigungen vom italienischen Schienenetzbetreiber RFI, der Europäischen Eisenbahnagentur ERA und der staatlichen Sicherheitsagentur ANSFISA (Agentur für die Sicherheit von Eisenbahnen sowie Straßen- und Autobahninfrastrukturen) für die Einfahrt in das dortige Bahnnetz. Deshalb verkehren aktuell Elektrozüge zwischen Mals und Latsch sowie Dieselzüge zwischen Laas und Meran, jeweils im Stundentakt. Die Dieselzüge bleiben wie geplant bis 2030 im Einsatz. Die Genehmigungen werden Anfang 2027 erwartet.

Für den Umstieg in Latsch wurde ein Zeitpuffer von rund 30 Minuten vorgesehen. Dadurch sollen Anschlüsse auch bei Verspätungen erreicht werden können. Für die Fahrgäste bedeutet dies allerdings längere Reisezeiten. Zusätzlich verkehren die Ersatzbusse der Linie B250 weiterhin im Halbstundentakt zwischen Mals und Meran.

Verlässlicher Betrieb als Grundlage für den weiteren Ausbau

“Ein verlässlicher Betrieb im Vinschgau ist die Grundlage dafür, das Angebot auszubauen und die Anbindung bis nach Meran zu verbessern. Die Investitionen in neue Züge und eine moderne Infrastruktur sind notwendig, damit die Menschen auch künftig auf die Bahn zählen können”, unterstrich Mobilitätslandesrat Alfreider.

Für den weiteren Ausbau des Angebots kann derzeit laut STA noch kein verbindlicher Termin genannt werden. Neben der Behebung der technischen Probleme sind zusätzliche Genehmigungen für den Einsatz der Züge im italienischen und österreichischen Bahnnetz erforderlich. Die weiteren Entwicklungsschritte sind für 2027 geplant.

Der Austausch mit den Gemeinden und den Vertreterinnen und Vertretern des Tourismus soll mit weiteren Treffen fortgesetzt werden.

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen