Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Am 16. Oktober steht weltweit die Ernährung im Mittelpunkt. Während Klimaphänomene wie El Niño die Versorgung von Millionen Menschen gefährden, erinnert das Land Südtirol an die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die Gesundheit.
Ausreichend Nahrung zu haben und sich gesund zu ernähren, ist längst keine Selbstverständlichkeit. In vielen Regionen der Welt bedrohen Dürren, Überschwemmungen und andere Folgen des Klimawandels die Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig spielt auch im Alltag die Ernährung eine entscheidende Rolle: Sie beeinflusst die Gesundheit und kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen. Anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober machen die Caritas Diözese Bozen-Brixen und das Land Südtirol auf diese unterschiedlichen Herausforderungen aufmerksam.
Caritas warnt vor den Folgen von El Niño
Das Klimaphänomen El Niño könnte nach Schätzungen der Vereinten Nationen bis zu 50 Millionen zusätzliche Menschen in den Hunger treiben. Die ungewöhnliche Erwärmung der Pazifikgewässer verändert Wetter- und Niederschlagsmuster weltweit und kann sowohl Dürren als auch Überschwemmungen auslösen. Besonders betroffen sind ohnehin verletzliche Bevölkerungsgruppen, deren Lebensgrundlage von Landwirtschaft und Fischerei abhängt. „Deshalb müssen bereits jetzt Vorkehrungen getroffen werden“, betont Sandra D’Onofrio, Leiterin des Dienstes für Internationale Zusammenarbeit der Caritas.
Die Folgen zeigen sich bereits in verschiedenen Ländern: Überschwemmungen in Kenia, eine Krise der Fischerei in Ecuador und schwere Dürren in Mosambik setzen die Versorgung mit Lebensmitteln unter Druck. Die Caritas unterstützt gemeinsam mit Partnerorganisationen Maßnahmen, die Ernteausfälle und Mangelernährung verhindern sollen. Dazu zählen Lebensmittelvorräte, dürreresistentes Saatgut, Schulungen zu nachhaltigen Anbaumethoden sowie Schutzmaßnahmen für Häuser und Schulen in gefährdeten Gebieten. In Kenia bereiten eigens geschulte Einsatzteams die Bevölkerung zudem auf Klimakatastrophen vor und leisten im Ernstfall Hilfe.
Land empfiehlt mehr Obst, Gemüse und Vollkorn
Auch die Ernährung im eigenen Alltag steht am Welternährungstag im Fokus. Das Landesressort für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit erinnert an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Menschen über zehn Jahren sollten täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse – insgesamt wenigstens 400 Gramm – essen. Auch Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Erwachsene sollten dagegen weniger als fünf Gramm Salz täglich zu sich nehmen.
Zudem empfiehlt die WHO, den Anteil von Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Bei einem Bedarf von 2.000 Kilokalorien entspricht das höchstens 50 Gramm Zucker, idealerweise weniger als 25 Gramm. Stark verarbeitete Lebensmittel und ungünstige Fette sollten seltener konsumiert werden. Gesundheitslandesrat Hubert Messner unterstreicht, dass es dabei nicht um strenge Verbote gehe, sondern um bewusste Entscheidungen: Eine ausgewogene Ernährung sei ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Besonders bei Kindern und Jugendlichen werde früh der Grundstein für das spätere Essverhalten gelegt. Mit Projekten wie „Gesundheit macht Schule“ setzt das Land deshalb auf Gesundheitsförderung und Prävention bereits im jungen Alter.




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