Von: importer
Die weltweite Armut hat erstmals seit Einführung des entsprechenden Armutsindex im Jahr 2010 wieder zugenommen. Laut dem am Montag veröffentlichten Armutsbericht des UNO-Entwicklungsprogramms (UNDP) leben inzwischen 1,2 Milliarden Menschen in sogenannter multidimensionaler Armut. Das sind 51,5 Millionen mehr als im Vorjahr.
Mehr als die Hälfte der Betroffenen (51,5 Prozent) sind Kinder und Jugendliche. Besonders verbreitet ist die Armut auf dem Land: Rund 83 Prozent der Betroffenen leben in ländlichen Gebieten. Die meisten armen Menschen leben weiterhin in Afrika südlich der Sahara und in Südasien. Letzteres umfasst insbesondere den indischen Subkontinent, eine der bevölkerungsreichsten Regionen der Welt. Mehr als die Hälfte der Menschen, die in akuter Armut leben, sind demnach Kinder.
Der sogenannte multidimensionale Armutsindex berücksichtigt nicht nur finanzielle Aspekte, sondern auch die konkreten Lebensbedingungen der Menschen. Dazu gehören etwa der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Strom, Bildung, ausreichender Ernährung, sanitären Einrichtungen und angemessenem Wohnraum. Auch fehlende Möglichkeiten zum sauberen Kochen fließen in die Bewertung ein.
UNO spricht von Alarmsignal
“Der Anstieg der Armut muss für die ganze Welt ein Alarmsignal sein”, erklärte UNDP-Chef Alexander De Croo. Hinter den Zahlen stünden 1,2 Milliarden Menschen, die in einem Teufelskreis aus Hunger, fehlender Schulbildung und mangelndem Zugang zu Trinkwasser oder Elektrizität gefangen seien.
Allerdings ist der Anstieg laut den Autoren auch wesentlich auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen. Zudem lagen neue Daten nur für 13 der insgesamt 108 untersuchten Länder vor. Die Entwicklung lässt sich deshalb nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichen.
Der Bericht zeigt aber auch Fortschritte im Kampf gegen die Armut. In den vergangenen 15 Jahren konnten 33 Länder den Anteil der in multidimensionaler Armut lebenden Bevölkerung halbieren. Darunter befinden sich auch sechs Staaten südlich der Sahara. Die größten Fortschritte wurden laut UNDP in Asien erzielt, insbesondere in China und Vietnam.
Deutliche Verbesserungen bei der Armutsquote und der absoluten Zahl der von Armut Betroffenen gab es demnach in Ägypten, Nepal und Tadschikistan. Auch in Angola und Sambia ist die Armutsquote zurückgegangen, doch das Bevölkerungswachstum führte dort dennoch zu einem Anstieg der Zahl der in Armut lebenden Menschen. “Wir wissen, dass Fortschritt möglich ist”, erklärte De Croo. Länder, die die Herausforderungen gemeinsam angegangen seien, hätten gezeigt, was entschlossenes Handeln bewirken könne.




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