Von: Martin Geier
Graz/Bruneck – Nach dem 5:4-Heimsieg gegen Linz wartete am Mittwoch eine schwere Auswärtsaufgabe in der Steiermark auf die Wölfe: Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison trafen sie auf den amtierenden Meister aus Graz, bevor am Wochenende das Heimdoppel gegen Ljubljana und Fehérvár ansteht.
Beide Teams müssen dabei auf ihren Einsergoalie verzichten. Bei den 99ers fällt Maxime Lagacé verletzungsbedingt länger aus, die Steirer haben darauf mit der Nachverpflichtung des Finnen Henri Kiviaho reagiert, der erst gestern eingeflogen ist und heute als Backup hinter Nicolas Wieser auf der Bank sitzt. Auch die Wölfe sind ohne Eddie Pasquale in die Steiermark aufgebrochen, zwischen den Pfosten steht Colin Furlong. Dafür feiert Manuel Bampi vom Farmteam Unterland Cavaliers seine Premiere im Lineup der Schwarz-Gelben.
Die 99ers erwischen den besseren Start und nutzen einige Unsauberkeiten im Spielaufbau der Wölfe, bereits in der 2. Minute prüft Reiner Furlong aus der Distanz. Der HCP lauert auf Konter und hat prompt die erste Großchance: Glira und Lobis fahren einen blitzschnellen 2-auf-1-Gegenstoß, doch Gliras Querpass wird im letzten Moment gestört. Mit Fortdauer des Drittels bekommen die Schwarz-Gelben die neutrale Zone in den Griff und erhöhen den Druck. Nach einem scharfen Flip-Pass taucht Mantinger im Slot auf, setzt die Scheibe vor dem leeren Tor aber nur an die Querlatte (8. Min.). Die folgende Unterzahl nach einer kleinlichen Entscheidung der Unparteiischen überstehen die Wölfe souverän. Im eigenen Powerplay zeigen sie anschließend ihre beste Phase, doch Bardreau und Fitzgerald scheitern an Wieser, ein weiterer Fitzgerald-Onetimer (12.) wird von Hora geblockt. Es bleibt ein schwungvolles Drittel mit vielen Umschaltmomenten, in dem Graz mehr Puckbesitz hat und bei den Torschüssen mit 11:7 vorne liegt. Kurz vor der Sirene blockt die HCP-Abwehr noch eine Direktabnahme von Currie, und so geht es torlos in die erste Pause.
Der Mittelabschnitt beginnt mit einem Dämpfer, denn nach nur 17 Sekunden müssen die Wölfe in Unterzahl ran. Graz drückt, doch Furlong ist hellwach und entschärft unter anderem einen Alleingang von Huber am kurzen Pfosten. Der HCP übersteht das Penalty Killing und kämpft sich Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Osmanski scheitert nach Vorarbeit von Bowlby knapp an Wieser (25.), ein eigenes Powerplay bleibt allerdings ungenutzt. Auf der Gegenseite kann Furlong den Puck nach einer Grazer Großchance nur mit vollem Körpereinsatz sichern. Dann lassen Rueschhoff und Bjørgvik-Holm die Fäuste fliegen, und der HCP-Stürmer entscheidet den Kampf nach Punkten für sich. Das ist der Weckruf für die Wölfe. Ierullo scheitert noch knapp, doch wenig später ist es so weit: Ein Blueliner von Farrance springt von der Bande zurück in den Slot, wo Lobis goldrichtig steht und zur verdienten 0:1-Führung abstaubt (32. Min.). Die Partie wird nun ruppiger und zerfahrener, den Ton gibt aber der HCP an. Auch eine weitere Unterzahl überstehen die Schwarz-Gelben ohne Probleme (37. Min.). Kurz vor der Sirene hat Moncada sogar das 2:0 auf der Schaufel, als er plötzlich alleine vor Wieser steht, doch der Grazer Goalie bleibt cool. Mit 9:20 Torschüssen dominieren die Wölfe diesen Abschnitt, während sich die Steirer blass und ideenlos in die zweite Pause retten.

Die Steirer kommen wie verwandelt aus der Kabine. Zwar tankt sich Bardreau gleich zu Beginn durch, doch Sekunden später schlägt es auf der anderen Seite ein: Swaney zieht mit viel Tempo über den linken Flügel ins Drittel der Wölfe, lässt einen Verteidiger stehen und versenkt die Scheibe im langen Eck – 1:1 (42. Min.). Die Wölfe lassen sich davon aber nicht beirren und holen sich die neutrale Zone Schritt für Schritt zurück. Die Partie wogt hin und her, bis Farrance freistehend die Riesenchance zur erneuten Führung vergibt (51. Min.). Eine Minute später ist es dann doch so weit. In einer Druckphase legt Fitzgerald zurück auf Lauridsen, dessen Onetimer an Freund und Feind vorbei durch den Slot fliegt und hinter Wieser einschlägt – 1:2 (52. Min.). Für den Dänen ist es der erste Saisontreffer. Die Wölfe bleiben am Drücker und legen nach: Lipon zieht von den Hashmarks aus spitzem Winkel ab und erwischt den Grazer Goalie auf dem falschen Fuß, und so steht es plötzlich 1:3 für die Gäste. Nach einer kleinlichen Strafe gegen den HC Pustertal setzt Graz-Coach Lacroix alles auf eine Karte und nimmt den Goalie vom Eis. Der Schuss geht nach hinten los. Die Wölfe befreien sich sofort, Rueschhoff schickt Fontaine auf die Reise, und der enteilt den Grazer Verteidigern mühelos zum 1:4 ins leere Tor. Von diesem Schock erholt sich der amtierende Meister nicht mehr.
Die Wölfe entführen damit drei Punkte aus dem Merkur Eisstadion. Das gelang zuletzt dem EC Red Bull Salzburg am 23. Januar, seither war der Grazer „Bunker“ eine Festung. Die Wölfe haben sie gestürmt und fahren mit breiter Brust nach Hause, wo am Wochenende zwei Heimspiele in der Intercable Arena warten. Am Freitag um 19:45 Uhr ist Olimpija Ljubljana zu Gast. Am Sonntag um 17:00 Uhr gibt beim zweiten Family Day der Saison Hydro Fehérvár AV19 seine Visitenkarte ab.
Moser Medical Graz99ers vs. HC Falkensteiner Pustertal 1:4 (0:0, 0:1, 1:3)
Referees: REZEK, STERNAT, Riecken, Veselka
Goals: 0:1 HCP Alan Lobis (31:23), 1:1 G99 Nick Swaney (41:16), 1:2 HCP JC Lipon (51:26), 1:3 HCP JC Lipon (54:01), 1:4 HCP Gunnar Wolfe Emery Fontaine (56:16/SH1)




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