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George Russell hat gute Karten im Rennen um den Formel-1-Weltmeistertitel, Boden gut zu machen. Der Engländer holte sich am Freitag im Qualifying für den Grand Prix von Aserbaidschan in Baku die Pole Position, während sein Mercedes-Kollege und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli die Mauer touchierte, nach dem Q1 nicht mehr mitwirken konnte und nur auf Platz 16 landete. Ferrari-Pilot Charles Leclerc geht am Samstag (13.00 Uhr/live ServusTV und Sky) als Zweiter ins Rennen.
Russell war in allen Teilen des Qualifyings bei starkem Wind der Schnellste, vor allem im letzten setzte er mit einer Zeit von 1:42,526 ein ordentliches Statement und stellte die Konkurrenz in den Schatten. Leclerc landete 0,837 Sekunden dahinter. Es ist der größte Vorsprung in einem Qualifying seit Kanada 2023. Damals hatte Max Verstappen im Regen einen Vorsprung von 1,244 Sekunden. Der Niederländer mischte in den Trainings jeweils vorne mit, kam am Ende aber nicht über Position acht (+1,555) hinaus. Besser machte seine Sache der zweite Red-Bull-Akteur Isack Hadjar, der in seinem Comeback-Qualifying Vierter (+0,974) wurde. Unmittelbar davor landete McLaren-Pilot Oscar Piastri (+0,838).
Russell: “Auto fühlt sich toll an”
“Es ist eine Weile her, dass ich so gut dagestanden bin, wahrscheinlich ist es der größte Vorsprung in meiner ganzen Karriere, das Auto fühlt sich einfach toll an”, sagte Russell. In Q3 habe er die “perfekte Runde” hinlegen können. “Ich habe ein bisschen Windschatten bekommen von Hadjar auf der Gegengerade, das war toll.” Der 28-Jährige geht zum fünften Mal in dieser Saison von der besten Startposition ins Rennen. Auf dem Stadtkurs könnte das schon die halbe Miete auf dem Weg zum Sieg sein. “Die Ausgangssituation ist großartig”, betonte Russell. Der Rückstand von 81 Zählern auf den 20-jährigen Antonelli, der mit dem linken Vorderrad in die Mauer gekracht war, könnte aufgrund dessen Fehlers also um einiges geringer werden.
Leclerc sprach von einer guten Runde, relativierte seine Einschätzung mit Blick auf den großen Rückstand auf Russell aber gleich wieder. “Dann wird die Runde wohl doch nicht so gut gewesen sein.” Platztechnisch sei man dort, wo man es erhofft habe, der Abstand sei aber verdammt groß. “Wir hätten gedacht, dass es besser ausschaut.” Völlig zufrieden war hingegen Piastri, zumal man im Freien Training wieder einmal hinterhergefahren sei. “Es war nicht das erste Mal in diesem Jahr so. Dass wir dann im Qualifying wieder dabei sind, ist schön zu sehen.” Das Qualifying hatte mit einer Verzögerung von einigen Minuten begonnen, da Schmutz noch von der Strecke gebracht werden musste.
Verstappen im 3. Training Schnellster
Bereits zuvor hatte sich Verstappen im Abschlusstraining über seinen störrischen Red Bull beschwert, sich aber doch die Bestzeit gesichert. “Wenn dieses verdammte Auto einmal nicht hüpfen würde wie ein Känguru, mein Gott!”, schimpfte der viermalige Weltmeister während der einstündigen Einheit, ehe er aufdrehen konnte und vor Russell in 1:43,922 Minuten Schnellster war. Letzterer hatte kurz vor Ende der Einheit mit der Front seines Wagens die Streckenbegrenzung touchiert. Russell war zuvor in den ersten beiden Trainings der Schnellste gewesen. Der 15. WM-Lauf geht schon am Samstag in Szene, da in Aserbaidschan am Sonntag der nationale Gedenktag für die Opfer des Krieges um Bergkarabach 2020 ansteht.




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