Von: importer
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick hat sich nach dem Nations-League-Spiel am Sonntag im Kosovo (1:1) auf Nachfrage noch einmal über die mangelnde Qualität des Rasens im Fadil-Vokrri-Stadion geäußert. “Jeder, der sagt, der Platz war nicht so schlecht, hat keine Ahnung von Fußball”, betonte Rangnick in seiner Pressekonferenz. “Ich muss es so brutal sagen, der Platz war eine einzige Katastrophe.”
Kosovos Kapitän Vedat Muriqi und Teamchef Franco Foda, mit denen er gesprochen hatte, würden das gleich sehen. “Dieser Platz ist eines Nations-League-Turniers nicht würdig, vor allem zu dieser Jahreszeit”, meinte Rangnick. Er würde damit niemanden kritisieren. “Aber ich weiß nicht, ob es hier auch Greenkeeper gibt. Wenn es die gibt, dann sorgen sie nicht dafür, dass der Platz ‘green’ (grün) ist, und ‘keepen’ (pflegen) tun sie ihn auch nicht.”
Normalerweise würde er über solche Dinge nicht sprechen, sagte Rangnick. Er sei nach dem ersten Kontakt mit dem Geläuf im Abschlusstraining am Samstag aber “wirklich geschockt” gewesen. Foda hatte die schlechte Qualität des Platzes danach mit dessen enormer Belastung im Sommer erklärt, weil dort mangels anderer zugelassener Stadien fast alle kosovarischen Teams ihre Europacup-Spiele austragen mussten.
Rangnick: “Aufstrebendes Land” verdient Besseres
“Ich finde, das Land Kosovo hat einen besseren Platz verdient als den, den wir hier vorgefunden haben”, erklärte Rangnick. Der Kosovo sei ein “aufstrebendes Land”, in dem es dem ÖFB-Team sehr gut gefallen habe. “Wir haben im Hotel und in der Stadt viele furchtbar freundliche Menschen getroffen.” Vielleicht helfe es für die Zukunft sogar, dass man das Thema Rasenqualität angesprochen hatte – zumal der Kosovo selbst über viele technisch begabte Spieler verfüge.
Xaver Schlager fand für den Zustand des Rasens und die Auswirkungen auf das Spiel scharfe Worte. Die Partie sei “schwerst am Limit” gewesen, erklärte der Mittelfeldspieler im ORF-Interview. “Direktspiel ist gar nicht gegangen, jeder Ball ist versprungen, mit Fußball hatte das wenig am Hut. Das war eigentlich nur Ball nach vorne schießen, kämpfen und hoffen, dass der Schiedsrichter irgendwas pfeift. Jeder, der sich das anschauen musste, tut mir leid, das war nichts.”
Im vierten Spiel binnen elf Tagen hätte man gerne durch Ballzirkulation Kräfte gespart, erzählte Schlager. “Dann hat man einen Platz, auf dem man nicht spielen kann. Was soll ich da sagen? Da kann ich auch daheim bleiben und etwas Gescheiteres machen”, meinte der Nottingham-Profi und kritisierte auch den dichten Spielplan. “Hauptsache, wir haben Spiele, Spiele. Aber wie es uns dabei geht, ist im Endeffekt scheißegal.”




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