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Vierfach-Weltmeister Max Verstappen ist der bisher bestimmende Fahrer des Formel-1-Wochenendes von Singapur und auch der WM-Mann der Stunde. Der Niederländer legte sechs Tage nach seinem in Malaysia eingefahrenen ersten Saisonsieg im Stadtstaat aus der Pole Position mit dem Sprint-Erfolg und Platz eins im Qualifying für den für Sonntag (14.00 Uhr MESZ, live ORF 1, Sky) angesetzten Grand Prix nach. Hinter dem Red-Bull-Star reihten sich am Samstag die Ferraris ein.
Im Sprint folgte Lewis Hamilton vor Charles Leclerc, im Qualifying war es umgekehrt. Beide wie der Rest des Feldes standen aber im Schatten von Verstappen. Der “Oranje” fixierte seine 50. Karriere-Pole, und das als insgesamt fünfter Fahrer nach Ayrton Senna, Michael Schumacher, Hamilton und Sebastian Vettel. Dem seit der vergangenen Woche 29-Jährigen gelang das aber nach ORF-Angaben als Erstem vor seinem 30. Geburtstag. Zudem ist er nun Favorit auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg in Singapur, wo seit 2008 gefahren wird – und das in seinem 250. Grand Prix.
“Ich bin natürlich sehr glücklich. Das Auto ist schon das ganze Wochenende sehr stark”, sagte Verstappen. “Der Trend ist sehr, sehr positiv für uns. Es ist sehr speziell, hier auf Pole zu stehen.” Leclerc gab Bremsprobleme in Q1 und Q2 an. “Dann habe ich aber zum richtigen Zeitpunkt eine gute Runde gedreht. Ich hatte das Potenzial, auf Pole zu stehen”, meinte der Monegasse, anerkannte aber Verstappens Leistung. Bei Hamilton war es nach Bestzeit in Q1 und Q2 hingegen umgekehrt. “Ich konnte gut pushen, dann hatte ich Probleme. Red Bull macht einen unglaublichen Job.”
Verstappen will nun auch den “richtigen Sieg”
Der Sprint-Erfolg stellte Verstappen nicht ganz zufrieden. “Das zählt für mich nicht als Sieg, ich will morgen gewinnen. Dafür müssen wir aber den Start verbessern”, sagte er nach dem regenbedingt um mehr als eine halbe Stunde verspätet begonnenen chaotischen Kurzrennen. Am Start war Verstappen von George Russell düpiert worden, der drehte sich auf feuchter Strecke aber schon in Runde zwei vom Kurs. Nach einer darauf folgenden Safety-Car-Phase blieb die Reihung Verstappen – Hamilton – Leclerc bis zum Ende der 20-Runden-Konkurrenz unverändert.
Dahinter aber bugsierten sich die beiden McLaren in der letzten Runde gegenseitig von der Strecke. Im Angriff auf den langsamer gewordenen Leclerc schoss Weltmeister Lando Norris Teamkollege Oscar Piastri ab, beide drehten eine Pirouette. Der Brite Norris kam noch auf Rang acht, der Australier Piastri schied als neunter Fahrer aus. Noch nie in bisher 30 WM-Sprints waren so viele Piloten ausgeschieden. Verstappen hat 14 aller Sprints gewonnen, also fast die Hälfte. Heuer war das sein erster Triumph in diesem Format, nun sind alle sechs Sprints dieser Saison gefahren.
Antonelli mit bitter-süßer Bilanz
WM-Leader Kimi Antonelli war von Position sieben gestartet, rückte durch den McLaren-Lapsus aber auf Rang vier vor. Durch Russells Ausfall vergrößerte der Youngster seinen Vorsprung in der WM auf 89 Punkte. Antonelli sicherte sich danach auch im Qualifying Rang vier. “Es ist bitter-süß”, sagte der Jungstar über sein Abschneiden. “Die letzte Runde war ganz vielversprechend bis zu einem Fehler.” Er versuche noch, das von Mercedes nach Malaysia gebrachte Update zu verstehen. “Ich habe versucht, meinen Fahrstil anzupassen. Es wird ein schwieriges Rennen.”
Der 41-jährige Hamilton verpasste es vor den Augen von Kim Kardashian um 0,123 Sek., der älteste Polesitter seit dem damals 42-jährigen Mario Andretti 1982 zu werden. Leclerc verfehlte Startplatz eins um 0,054 Sek. “Für uns ist es ein ganz gutes Resultat”, meinte Hamilton. “Wir werden versuchen, Max unter Druck zu setzen.” Norris wurde vor dem durch eine aus Malaysia mitgebrachte Strafe von ganz hinten startenden Russell und Piastri Fünfter. Letzterer klang etwas resignierend: “Wir sind einfach nicht schnell genug. Wir sind dort gelandet, wie wir es erwartet haben.”




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