Von Mechatronik bis Drohnentechnik

Berufsausbildung in China: Südtiroler blicken hinter die Kulissen

Dienstag, 06. Oktober 2026 | 16:21 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen/ Shanghai – Im Rahmen einer Fanreise zu den WorldSkills in Shanghai besuchte eine Gruppe Südtiroler Handwerksunternehmer eine Berufsschule in Zhengzhou. Wie werden junge Menschen in China auf technische und handwerkliche Berufe vorbereitet? Dieser Frage konnte die Delegation direkt vor Ort in der Berufsschule, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan nachgehen.

Organisiert hatte den Besuch lvh-Vorstandsmitglied Robert Egger, der die Schule bereits aus früheren Zeiten kannte. Im Jahr 2004 hatte er die Einrichtung schon einmal besucht. Entsprechend groß war die Überraschung bei seiner Rückkehr: Wo sich damals eine vergleichsweise kleine, enge und wenig strukturierte Schule befand, steht heute ein weitläufiger moderner Bildungskomplex. Die Schülerinnen und Schüler werden dort nicht nur unterrichtet, sondern auch untergebracht. Vor rund einem Jahr fanden dort die Vorausscheidungen für die WorldSkills für China statt.

Insgesamt umfasst das Ausbildungsangebot rund 30 verschiedene Berufsbilder. Einen besonderen Stellenwert nehmen technische und zukunftsorientierte Bereiche ein, darunter intelligente Mechatronik, Mikroelektronik und Big Data. Daneben werden auch Fachrichtungen wie Werbegrafikdesign, Kochkunst und Ernährung angeboten.

Elektrotechnik, Dekoration und Drohnentechnik

Die Südtiroler Handwerksunternehmer wurden von der Schule herzlich empfangen und erhielten die Möglichkeit, direkt in verschiedene Unterrichtsbereiche hineinzuschnuppern. Unter anderem besuchten sie die Bereiche Elektrotechnik, Dekoration und Drohnentechnik. Dabei konnten sie eine Drohnensimulation miterleben und selbst verschiedene praktische Aufgaben im Bereich Dekoration ausprobieren. Der direkte Austausch vermittelte der Gruppe einen anschaulichen Eindruck davon, mit welchen Methoden und Technologien junge Menschen in China ausgebildet werden.

„Für mich persönlich war es besonders beeindruckend zu sehen, was hier innerhalb von gut zwei Jahrzehnten entstanden ist. Als ich 2004 zum ersten Mal hier war, waren die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen noch völlig andere. Heute treffen wir auf eine große, moderne Ausbildungsstätte mit einem breiten Angebot und einem starken Fokus auf technische Zukunftsberufe. Dieser Besuch hat uns spannende Einblicke ermöglicht und einmal mehr gezeigt, welchen hohen Stellenwert eine praxisnahe berufliche Ausbildung für die Zukunft junger Menschen hat“, unterstreicht lvh-Vorstandsmitglied Robert Egger.

Bezirk: Bozen

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