Von: Sophia Molitor
Naturns – Seit dem 18. Oktober 2024 ist das ehemalige Bahnwärterhäuschen am Bahnhof von Naturns ein Ort für neue Ideen, flexible Arbeitsmodelle und Begegnungen: das Startbase Coworking Naturns. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zogen BASIS-Geschäftsführer Hannes Götsch und Vereinsvorsitzende Katrin Gruber eine Zwischenbilanz – und blickten zugleich auf die nächsten Entwicklungsschritte.
Mit dem Coworking Space hat BASIS Vinschgau Venosta, das bereits 2019 ein erstes Coworking im Vinschgau eröffnet hatte, das sanierte Bahnhofsgebäude neu belebt. Auf rund acht Arbeitsplätzen, einem Meetingraum und zwei Teambüros finden Unternehmer:innen, Freiberufler:innen, Studierende und Kreativschaffende eine professionelle Infrastruktur – direkt am Bahnhof und damit mitten im Alltag von Naturns.
„Wir wollten keinen weiteren Büroraum schaffen, sondern einen Ort, an dem Arbeit, Begegnung und neue Ideen selbstverständlich zusammengehören“, erklärt Hannes Götsch. Die Auslastung hat noch Luft nach oben. Der Zugang ist sehr niederschwellig: Ein digitales Buchungssystem ermöglicht eine flexible Nutzung – vom einzelnen Flex Desk bis zum dauerhaft gemieteten Arbeitsplatz. Für Studierende ist die Nutzung sogar kostenlos. „Im ländlichen Raum können diese Angebote nicht gewinnorientiert sein, bringen aber insgesamt für den Standort einen Mehrwert“, betont Götsch.
Das Angebot ist dabei über Naturns hinaus vernetzt: Als Teil des Netzwerks startbase Südtirol können Nutzer:innen auch Coworking-Spaces in Sand in Taufers, Bruneck, Brixen, Bozen, Meran, Schlanders und Mals nutzen. „Ein Arbeitsplatz muss heute nicht mehr an einen einzigen Ort gebunden sein. Unser Ziel ist ein Netzwerk, das Arbeiten im ganzen Land flexibler und gleichzeitig persönlicher macht“, so Katrin Gruber.
Gemeinsam kochen im Garten
Auch rund um das Coworking entstehen neue Impulse. Gemeinsam mit der Universität Bozen wurde der öffentliche GrünGleis-Garten weiterentwickelt. Bei Veranstaltungen wird der Garten zum Treffpunkt für gemeinsames Kochen, Fermentieren, Tüfteln und kreatives Ausprobieren. Der nächste Abend zum Thema Fermentation findet am 7. Oktober ab 18 Uhr statt; der Eintritt ist frei.
Bürgermeister Zeno Christanell sieht im Projekt eine wichtige Ergänzung: „Innovation braucht Räume – und junge Menschen brauchen Orte, an denen sie ihre Ideen ausprobieren können. Mit dem Coworking schaffen wir beides: einen konkreten Arbeitsplatz und gleichzeitig ein Stück Zukunftsinfrastruktur für unser Dorf.“ Naturns könne auch eine interessante Brückenfunktion zwischen Schlanders und Meran bekommen.
Gemeindereferent Florian Gruber hebt die Verbindung von Ökologie und Kreativität hervor: „Der GrünGleis-Garten zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage von Technik und Verzicht ist. Sie kann auch kreativ, gemeinschaftlich und mit Freude gestaltet werden.“
Für die Zukunft denkt BASIS bereits weiter: Eine Kreativ-Corner in der Remise sowie eine stärkere Nutzung des Außenareals für Veranstaltungen könnten das ehemalige Bahnhofsareal noch stärker zu einem offenen Treffpunkt für Arbeit, Kultur, Kreativität und Gemeinschaft machen.
„Das Gleis steht sinnbildlich für Bewegung. Genau das soll auch hier passieren: Menschen kommen an, tauschen sich aus – und bringen gemeinsam etwas ins Rollen“, fasst Katrin Gruber die Idee hinter dem Standort zusammen.




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