Von: Sophia Molitor
Bozen – Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm “Mr. Nobody Against Putin“ wurde am 8. Oktober im Cristallo Theater in Bozen vorgeführt. Der Film von David Borenstein und Pavel “Pasha“ Talankin zeigt, wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine den Schulalltag verändert und patriotische Erziehung zunehmend in den Unterricht eingezogen hat.
Im Mittelpunkt steht Pasha Talankin, der als Lehrer und Videograf an einer Schule in Karabasch am Ural arbeitet. Er ist bei den Schülern sehr beliebt und sein Büro ist für viele auch ein Raum, in dem sie ein offenes Ohr finden und über ihre Sorgen sprechen können. Nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 verändert sich der Schulalltag jedoch zunehmend. Neue Aktivitäten zur patriotischen Erziehung kommen hinzu, ebenso Veranstaltungen mit Bezug zum Krieg und zur Militarisierung. Als Videograf der Schule erhält Talankin den Auftrag, diese Aktivitäten und den offiziellen Schulalltag zu dokumentieren.
Doch er beschränkt sich nicht darauf, das vorgegebene Programm festzuhalten. Er beginnt, die Aufnahmen aufzubewahren und aus Russland herauszuschmuggeln. So dokumentiert er, wie politische Botschaften und die Unterstützung des Krieges immer stärker Teil des Schulalltags werden. Aus seiner ursprünglichen Aufgabe entsteht ein Filmprojekt, das einen Einblick in die russische Gesellschaft ermöglicht, der für ein externes Filmteam kaum zugänglich gewesen wäre.
Mit der Zeit wird aus der Dokumentation auch eine persönliche Auseinandersetzung mit dem politischen System. Talankin setzt sich durch seine Aufnahmen wachsenden Risiken aus. Erst als das Projekt immer größere Ausmaße annimmt und die Gefahren zunehmen, entscheidet er sich, Russland zu verlassen.
“Mr. Nobody Against Putin“ wurde 2025 beim Sundance Film Festival erstmals gezeigt und gewann 2026 den Oscar als bester Dokumentarfilm.
Die Vorführung im Cristallo Theater war eine einmalige Sondervorstellung der Reihe “Madre Terra – sguardi sul mondo“, die gemeinsam mit Emergency Bozen organisiert wurde. Vor Filmbeginn führte Edica Casagrande von der Bozner Emergency-Gruppe in die Themen des Dokumentarfilms ein.
Der Dokumentarfilm ist weiterhin digital sehr gut verfügbar und auf sämtlichen Streaming-Plattformen erhältlich.




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