Von: Sophia Molitor
Meran – Heute, am 1. Oktober, erscheint die neue Ausgabe der Straßenzeitung zebra. zum Thema Bildung. Als Sonderbeilage liegt ihr die neue Ausgabe von „zebra.kidz“ bei – eine Zeitung von Kindern für Kinder. Die zwölfseitige Beilage wurde von neun jungen Redakteurinnen und Redakteure im Alter von elf bis 13 Jahren gestaltet und wird gemeinsam mit der Oktoberausgabe von zebra. von den zebra.Verkäufer*innen in ganz Südtirol vertrieben. Die junge Redaktion präsentierte ihr Ergebnis heute auf dem Sandplatz in Meran.
Fünf Tage journalistische Arbeit
Neun Mittelschüler*innen – Anna Bizzotto (11), Alexander Puff (12), Asia Petulla (11), Manuel Gostner (12), Nicola Pedrollo (12), Aurora Omobono (11), Soleil Angela (12), Johanna Travis (12) und Maximilian Winkler Hellrigl (13) – kamen im Sommer für fünf Tage zu einer eigenen Kinderredaktion zusammen. Gemeinsam mit den Projektleitern Marco Valente vom Jugenddienst Meran und Adrian Luncke von der OEW – Organisation für Eine solidarische Welt entwickelten sie einen Redaktionsplan, recherchierten Themen, führten Interviews und Umfragen, schrieben Texte, gestalteten Comics und fotografierten. Dabei wurden sie von verschiedenen Experten geschult und begleitet.
Entstanden ist eine Zeitung, die Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im Mittelpunkt steht das Kinderrecht auf Bildung, das in Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Die jungen Redakteur*innen schauten dabei genauer hin: Wie sieht Schule in verschiedenen Teilen der Welt aus? Was denken Kinder in Südtirol über ihren Schulalltag? Sind Hausaufgaben sinnvoll? Und wo kann Lernen auch außerhalb des Klassenzimmers stattfinden?
Unter anderem sprach die Redaktion mit Kindern aus Kanada, Deutschland, Uganda, Äthiopien, Mosambik, der Ukraine und Sambia über ihren Schulalltag. Während manche mit dem Fahrrad oder Schulbus zur Schule kommen, legen andere täglich mehrere Kilometer zu Fuß zurück. In Südtirol befragten die jungen Journalist*innen außerdem 50 Kinder und Jugendliche dazu, wie gerne sie zur Schule gehen, welche Fächer sie mögen und wie wichtig ihnen Noten sind.
Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, ob Hausaufgaben den Lernerfolg steigern, den Familienalltag belasten oder soziale Unterschiede verstärken können. Im Interview „Kinder an die Macht!“ erzählt der 13-jährige Igor Virgadaula, Klassensprecher und Mitglied des Meraner Kindergemeinderats, von seinen Erfahrungen mit Kinderbeteiligung.
Die zebra.kidz stellt außerdem außergewöhnliche Bibliotheken aus aller Welt vor – etwa eine fahrende Bücherbühne in Sydney oder eine Bibliothek für gehörlose Kinder in Burundi. Ein weiterer Schwerpunkt ist Mehrsprachigkeit und die Bedeutung der eigenen Erstsprache. Außerdem porträtiert die Redaktion die zwölfjährige Cellistin Elisabeth Zöggeler. Rebus, Labyrinth, Kreuzworträtsel und Sudoku runden die Kinderzeitung ab.
„Keine normale Zeitung, sondern eine Kinderzeitung für Kinder“
Nicola Pedrollo: „Wir haben uns im Sommer getroffen, um eine Zeitung zu machen – aber nicht eine normale, sondern eine Kinderzeitung für Kinder. Mir hat eigentlich alles gefallen, aber das Interview mit der albanischen Professorin ist mir am meisten in Erinnerung geblieben.“
Soleil Angela: „Wir sind auch gemeinsam in die Stadt gegangen und haben eine Umfrage gemacht – dabei haben wir sehr lustige Antworten gekriegt, das hat mir gefallen. Und ich habe Interviews mit Kindern aus aller Welt geführt.“
Maximilian Winkler Hellrigl, der bereits zum zweiten Mal bei der zebra.kidz dabei war, hat dieses Jahr einen Artikel über Hausaufgaben geschrieben: „Darin geht es darum, ob sie Sinn machen oder nicht.“
Adrian Luncke von der OEW sagt: „Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen ist eine echte Bereicherung – gerade dann, wenn es um Themen geht, die sie direkt betreffen. Bei Bildung ist das so. Die junge Redaktion hält Bildung für wichtig, macht aber gleichzeitig viele Vorschläge, wie Lernen spannender und kindgerechter funktionieren könnte.“
Marco Valente vom Jugenddienst Meran ergänzt: „Dass sich neun Mädchen und Jungen dazu entschieden haben, eine Woche ihrer Sommerferien der Gestaltung einer Zeitung zu widmen, macht Mut. Es erinnert uns Erwachsene daran, dass junge Menschen Außergewöhnliches leisten können, wenn wir bereit und in der Lage sind, die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.“




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