Von: Matthias Knapp
Brixen – Bischof Ivo Muser hat heute, Sonntag, 4. Oktober 2026, im Brixner Dom sechs Seminaristen aus Tansania und Indien zu Diakonen geweiht. Die Feier war in dieser Zusammensetzung eine Premiere: Noch nie wurden im Brixner Dom sechs Priesteramtskandidaten gemeinsam zu Diakonen geweiht, von denen keiner aus der Diözese stammt. In seiner Predigt griff Muser die unterschiedliche Herkunft der sechs auf: „Die Kirche wird nicht kleiner, wenn verschiedene Kulturen zusammenkommen. Sie wird reicher.“
Geweiht wurden Ditrick Titus Makali, Jordan Filbert, Oscar Peter Fredrick, Madhu Kalaka, Reuben Ibrahim Mmbaga und Vicent William Kijonga. Fünf von ihnen stammen aus Tansania, Madhu Kalaka aus Indien. Seit 2021 werden sie im Rahmen eines Ausbildungsprojekts der Diözese Bozen-Brixen im Priesterseminar in Brixen auf das Priesteramt vorbereitet.
„Die Kirche wird reicher“
Menschen aus verschiedenen Kontinenten, mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Traditionen seien an diesem Tag in Brixen zusammengekommen, sagte Bischof Muser in seiner Predigt. Die Einheit der Kirche komme nicht aus der Gleichheit von Kulturen, Herkunft oder Nationalität, sondern aus Christus.
Handauflegung und Weihegebet
Die Diakonenweihe erfolgte durch Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet. Zuvor erklärten die Kandidaten unter anderem ihre Bereitschaft zum Dienst als Diakon, zur Verkündigung des Glaubens und zum ehelosen Leben. Zudem versprachen sie ihrem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam. Anschließend wurden ihnen Stola und Dalmatik angelegt und das Evangeliar überreicht. Auf die Bedeutung des Dienstes als Diakon ging Muser auch in seiner Predigt ein. „Das Wort ‚Diakon‘ bedeutet: Diener. Das ist kein Titel. Es muss das Programm eures Lebens sein; jetzt und auch später.“ Dieser Dienst zeige sich in der Verkündigung des Wortes Gottes, in der Liturgie und in der konkreten Hinwendung zu den Menschen. Diese Bereiche dürften nicht voneinander getrennt werden: „Der Altar und die Straße gehören zusammen. Die Eucharistie und die Caritas gehören zusammen. Das Evangelium und das konkrete Leben der Menschen gehören zusammen.“
Brücken bauen und Hoffnung vermitteln
Die Weihe heute fiel auch auf das Fest des heiligen Franziskus von Assisi, dessen Tod sich in diesem Jahr zum 800. Mal jährt. Dessen Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen, bildete einen Leitgedanken in der Predigt des Bischofs. Muser rief die neuen Diakone dazu auf, Brücken „zwischen Kulturen und Kontinenten, zwischen Jung und Alt, zwischen Kirche und Gesellschaft“ zu bauen und Hoffnung zu vermitteln.
Im April zurück in die Heimatdiözesen
In den kommenden Monaten arbeiten die neuen Diakone in größeren Seelsorgeeinheiten der Diözese mit und absolvieren ihr Pastoraljahr. Im April 2027 kehren sie in ihre Heimatdiözesen zurück. Dort werden sie zu Priestern geweiht. Ab September 2027 sollen sie für fünf Jahre als Kooperatoren in der Diözese Bozen-Brixen mitarbeiten.
Das 2021 gestartete Ausbildungsprojekt wird mit einer neuen Gruppe fortgesetzt. Sechs Seminaristen sind vor wenigen Tagen in Brixen eingetroffen: vier aus Tansania, einer aus Indien und erstmals einer aus Ecuador. Ihr erstes Ausbildungsjahr ist vor allem dem Erlernen der deutschen Sprache gewidmet.
Fabian Tirler ins Domkapitel aufgenommen
Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Fabian Tirler als neuer Domkapitular installiert. Das aus sieben Priestern bestehende Brixner Domkapitel unterstützt den Bischof in seinen Aufgaben und ist für die Verwaltung und seelsorgliche Betreuung des Brixner Doms zuständig. Bischof Ivo Muser überreichte Tirler Kapitelkreuz und Birett.




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