Von: Matthias Knapp
Bozen – In Südtirol sind der Alpinismus, die Transhumanz, die Trockensteinmauern und die Traditionelle Bewässerung Teil des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Hinter diesen Traditionen stehen Bräuche und Handwerkstechniken, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und der Gemeinschaft ein Gefühl von Identität und Kontinuität vermitteln.
„Wir wollen zeigen, dass unser immaterielles Kulturerbe lebt“, erklärte Umwelt-, Natur- und Klimaschutzlandesrat Peter Brunner bei der Pressekonferenz am 28. September im Landhaus 1 in Bozen. „Ob historische Bewässerungssysteme und die Arbeit der Waaler, die Geschichte des Alpinismus und der Almübertriebe oder die Technik des Trockensteinmauerns – all das soll nicht nur bekannt sein, es soll erlebt werden können.“
Denn immaterielles Kulturerbe sei nichts Vergangenes, betonte Brunner, in dessen Zuständigkeit die UNESCO-Anerkennungen in Südtirol fallen. „Es lebt durch die Menschen, die ihr Wissen weitergeben, Traditionen pflegen und sie an die Herausforderungen der Zeit anpassen.“
Veranstaltungsreihe im Oktober
Im Oktober organisiert das Land Südtirol daher gemeinsam mit sechs Partnerorganisationen erstmals die “Tage des immateriellen Kulturerbes”. Neun Veranstaltungen rund um den Welttag des Immateriellen Kulturerbes am 17. Oktober führen Interessierte an besondere Orte im Vinschgau: Auf dem Programm stehen Wanderungen, Führungen, Begegnungen und praktische Einblicke in lebendige Traditionen. Die Veranstaltungsreihe richtet sich dabei in erster Linie an die Südtiroler Bevölkerung und lädt dazu ein, das eigene Erbe neu zu entdecken und aktiv zu erleben.
„Es geht darum, sichtbar zu machen, wie eng Natur, Menschen und gelebte Traditionen miteinander verbunden sind und welchen Beitrag sie für die nachhaltige Entwicklung unserer Lebensräume leisten“, betont Marcella Morandini, UNESCO-Sonderbeauftragte des Landes Südtirol. Auch müsse die Weitergabe dieses Erbes gesichert werden. „Was wir heute vorfinden, ist nicht selbstverständlich“, erklärt Landesrat Brunner. „Gemeinsam mit den Wissensträgern und Organisationen möchten wir das Wissen bewahren und das immaterielle Kulturerbe in die Zukunft tragen.“
Sechs Partnerorganisationen
Rund um jene Menschen, die das immaterielle Kulturerbe Tag für Tag mit Leben erfüllen, hat sich ein Netzwerk von Partnerorganisationen gebildet: Es umfasst den Alpenverein Südtirol (AVS), den Heimatpflegeverband Südtirol, den Nationalpark Stilfserjoch, den Naturpark Texelgruppe, das Vuseum-Vintschger Museum in Schluderns und den archeoParc – campus transhumanza in Schnals.
“Was 2025 in kleinem Rahmen mit zwei Veranstaltungen von archeoParc und Vintschger Museum begann, ist nun zu einer Veranstaltungsreihe mit sechs Partnern angewachsen”, berichtete archeo-Parc-Direktorin Johanna Niederkofler, die bei der Pressekonferenz stellvertretend für alle beteiligten Vereine sprach. „Die Zusammenarbeit im Netzwerk ist wertvoll und zeigt, wie vielfältig das immaterielle Kulturerbe ist.” Dazu zeigte Niederkofler alte Grödel (Alpinismus), ein Senklot (Trockenmauern), ein Wasserblech (Traditionelle Bewässerung) und eine Schafschelle (Transhumanz): “Diese Objekte stehen symbolisch für das umfangreiche Wissen, das sich hinter den UNESCO-Anerkennungen mit Südtirolbezug verbirgt.”
Die Veranstaltungsreihe „Tage des immateriellen Kulturerbes“ wird von der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung im Rahmen der Kampagne „RESPECT – Natur und Landschaft bewahren. Unser Erbe schützen“ koordiniert. Dazu ist eine kompakte Broschüre erschienen – mit allen Terminen und Angeboten im Überblick.




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