Kammerlander über Messner

“Ein großer Lehrmeister und ein Glücksfall”

Mittwoch, 14. Oktober 2026 | 16:23 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Vor 40 Jahren hatte Reinhold Messner als erster Mensch alle 14 Achttausender bestiegen. Hans Kammerlander erinnert sich an die gemeinsamen Expeditionen und daran, was er von der Südtiroler Bergsteigerlegende gelernt hat.

„Reinhold Messner war für mich ein großer Lehrmeister und ein Glücksfall.“ Mit diesen Worten blickt der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander auf die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Weggefährten zurück. Anlässlich des 40. Jahrestags von Messners historischem Erfolg würdigte Kammerlander vor allem dessen besonnene Herangehensweise: Während er selbst häufig alles riskiert habe, habe Messner stets mit Bedacht gehandelt und die Expeditionen so zu einem guten Ende geführt.

Messner hatte im Jahr 1986 als erster Mensch alle 14 Achttausender der Erde bestiegen. Im September feierte er seinen 82. Geburtstag. Kammerlander selbst wird am 6. Dezember 70 Jahre alt und befindet sich derzeit auf einer Trekkingtour in Bhutan.

Gemeinsame Expeditionen bleiben unvergessen

Zu den besonderen Erlebnissen mit Messner zählt Kammerlander die Besteigung des Lhotse sowie die beiden Überschreitungen der Gasherbrum-Gipfel. Diese Unternehmungen seien für die damalige Zeit außergewöhnlich gewesen und kaum zu übertreffen.

Auch Kammerlander hat selbst Alpingeschichte geschrieben: Er bestieg den Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff und fuhr anschließend mit Skiern vom höchsten Berg der Erde ab.

Heute erlebt er Expeditionen anders als früher. Während einst vor allem der Gipfel im Mittelpunkt gestanden habe, seien mittlerweile auch die Menschen und die Kultur der bereisten Regionen ein wesentlicher Teil des Abenteuers. „Früher sahen wir nur den Gipfel, heute lernen wir die Bevölkerung und die lokale Kultur unmittelbar kennen“, wird der Extrembergsteiger von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert.

Dass seit Messners historischem Erfolg bereits vier Jahrzehnte vergangen sind, kann Kammerlander kaum glauben. Umso wichtiger sei es, gesund zu bleiben und weiterhin reisen zu können.

Bezirk: Bozen

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