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Zwei neue Kategorien und eine Neuordnung in der Kategorie “Bestes Schauspiel” bringen die Nominierungen zum diesjährigen Nestroy-Preis. Neben der neu geschaffenen Sparte “Beste Musik” gibt es beim Wiener Theaterpreis, der am 22. November im Wiener Volkstheater verliehen wird, fortan auch einen Ensemblepreis. Statt wie bisher der “Beste Schauspieler” und die “Beste Schauspielerin” wird künftig das “Beste Schauspiel” prämiert. Der Lebenswerkpreis geht an Sunnyi Melles.
Daneben gibt es für heuer in 14 weiteren Kategorien (inklusive Publikumspreis) 58 Nominierungen. Bis auf die schweizerische Schauspielerin Sunnyi Melles (68), die 1990 bis 1993 an der Seite von Helmuth Lohner die Buhlschaft im “Jedermann” bei den Salzburger Festspielen spielte und 2005 für ihre Darstellung der Valerie in Ödön von Horváths “Geschichten aus dem Wiener Wald” einen Nestroy-Preis als “Beste Schauspielerin” erhielt, erfahren alle erst bei der von Nadja Bernhard und Peter Fässlacher moderierten Gala, ob sie auch eine Trophäe entgegennehmen können. ORF III zeigt die am 22. November um 19 Uhr startende Preisverleihung zeitversetzt ab 21.05 Uhr. Für das Buch zeichnet Autorin Gerhild Steinbuch verantwortlich. Regie führt André Turnheim. Die musikalische Begleitung liefert Der Schmusechor unter der Leitung von Verena Giesinger.
25 Ur- und Erstaufführungen unter den Nominierungen
“Hinter der Jury liegt ein intensives Sichtungsjahr mit fast 1.000 Vorstellungsbesuchen, unzähligen glühenden Empfehlungen unter den Mitgliedern und ausgiebigen Sitzungen”, hob Juryvorsitzende Alexandra Althoff am Montag in einer Aussendung “die enorme Vielfalt und Qualität unserer Theaterlandschaft” hervor. “Unter den Nominierungen finden sich bemerkenswerte 25 Uraufführungen beziehungsweise deutschsprachige oder österreichische Erstaufführungen.”
In der neuen Kategorie “Bestes Schauspiel” gibt es nun zehn Nominierungen, wobei hier bis zu drei Preise verliehen werden können. Unter den Nominierten finden sich u.a. Simon Bauer als Fürst Myschkin in “Der Idiot” im Bronski & Grünberg Theater, Solomiia Kyrylova für ihren Auftritt in “Ukrainomania – Revue eines Lebens” des Volkstheaters in Kooperation mit dem Nationaltheater Maria Zankovetska Lviv, Sophia Löffler als Nora in “Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert” am Schauspielhaus Wien oder Johanna Mahaffy (“Die schmutzigen Hände” am Theater in der Josefstadt).
Drei Nominierungen für “Caché” am Volkstheater
Gleich mehrfach nominiert ist die Volkstheater-Produktion “Caché”: Neben Felicitas Brucker, die in der Kategorie “Beste Regie” (mit Jette Steckel für “Der Menschenfeind” und dem Regieduo DARUM für “Auflösung”) ins Rennen geht, sind auch Hauptdarsteller Johanna Wokalek und Sebastian Rudolph in der Kategorie “Bestes Schauspiel” nominiert. Die Koproduktion “Der Menschenfeind” (Salzburger Festspiele und Thalia Theater Hamburg) ist auch in der neuen Sparte “Beste Musik” nominiert. Hier treten Matthias Jakisic (Komposition & Musik) und UWE (Lyrics & Songwriting) gegen Nenda Neururer und Bernhard Neumaier (für “Der Talisman” am Tiroler Landestheater) sowie Jelena Popržan an, die gleich für zwei Produktionen (“Die verschissene Zeit” und “Radio Sarajevo”) nominiert wurde.
Das Burgtheater ist stark in der Kategorie “Beste Darstellung einer Nebenrolle” vertreten, wo Bibiana Beglau (als Hitzkopf und Henry Percy in “Sankt Falstaff”), Sabine Haupt (in “Der irrende Planet”) und Nina Siewert (als Ilona in “Isidor”) ebenso nominiert sind wie Caroline Baas (als Mascha in “Die Möwe”, Landestheater Niederösterreich) und Otiti Engelhardt (als Stella in “Wir töten Stella”, Schauspielhaus Graz). Letztere Produktion rittert auch um die Trophäe in der Sparte “Beste Bundesländeraufführung”, in der weiters Philipp Hauß’ “Krieg und Frieden”-Inszenierung bei den Festspielen Reichenau und “Pizza oder Eine Tür in der Dunkelheit tanzt nicht” von Nature Theater of Oklahoma am neuen GOLD & PECH Theater in Graz-Umgebung nominiert sind.
Bundesländer-Wettstreit beim Spezialpreis
Um die Auszeichnung in der Kategorie “Beste Ausstattung” rittern Bühnenbildnerin Nanna Neudeck (“Das Ende ist nah”, Koproduktion des TEATA in der Gumpendorfer mit dem Schauspielhaus Wien), Ulrich Rasche (Bühne), Gerrit Jurda (Licht) und Florian Seufert (Video) für “Faust I” (Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Residenztheater München) und Bühnenbildnerin Jessica Rockstroh (“Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos” im Akademietheater). Wer den diesjährigen Spezialpreis erhält, wird in den Bundesländern entschieden: Hier schickt die Jury “Biedermann und die Brandstifter. Eine Heimsuchung” (Koproduktion des Theater am Lend mit Das Planetenparty Prinzip), “Eichmann vor Gericht” (Landestheater Linz) und “Let’s Play I Am Old and Tired” (Koproduktion des Theater im Bahnhof Graz und von Total Refusal mit Theaterland Steiermark) ins Rennen.
In der Kategorie “Beste Off-Produktion” treten “Boom Boom Pansenstich” (Produktion, Idee & Konzept: spitzwegerich), “Die Infantin trägt den Scheitel links” (Koproduktion des Kosmos Theater mit DIE FABRIC) sowie “Zur Rettung der Blasmusik” (Bum Bum Pieces & vanderbolten.production) gegeneinander an. Für den Autor*innenpreis für das beste Stück sind Calle Fuhr (“Die Quelle”), Elfriede Jelinek (“Unter Tieren”) und Sivan Ben Yishai (“Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert”) nominiert. Neu ist der Ensemblepreis für die beste Gemeinschaftsleistung auf der Bühne: Hier schickt die Jury das Ensemble von “Auslöschung. Ein Zerfall” am Burgtheater, “Tanzende Idioten” von Thorsten Lensing (Koproduktion mit den Wiener Festwochen) und Jelineks “Unter Tieren” ins Rennen.
Auch die beste deutschsprachige Produktion wird heuer wieder geehrt: Nominiert sind “3 Schwestern” von Barbi Marković am Schauspielhaus Zürich (Inszenierung: Christina Tscharyiski), “Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten” von Tiago Rodrigues am Schauspielhaus Bochum (Inszenierung: Mateja Koležnik) und Jan-Christoph Gockels “Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen” an den Münchner Kammerspielen. Auch die Meinung des Publikums ist wieder gefragt: Unter den zehn Nominierten für den Publikumspreis finden sich u.a. Anna Mabo, Gerti Drassl, Samouil Stoyanov oder Marianne Nentwich.
(S E R V I C E – www.nestroypreis.at )




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