Von: importer
Im echten Leben kennen sie sich seit Jahrzehnten, in der achtteiligen Anwaltsserie “War” – ab 5. Oktober auf Sky abrufbar – spielen sie ein Promipaar im Scheidungskrieg: Sienna Miller und Dominic West. Ihre Trennung mutiert zur medienwirksam geführten Schlammschlacht zwischen Schein und Sein. Sowohl für den Techmogul Morgan Henderson (West) als auch Schauspieldiva Carla Duval (Miller) geht es um alles. Die Bühne für die Intrigen ist das Milieu zweier Nobelkanzleien in London.
Hochglanzlook, gepfefferte Dialoge und jede Menge Abgründe werden in der von George Kay (“Lupin”, “Hijack”) entwickelten Serie über zwei konkurrierende Eliteanwaltskanzleien freigelegt. Die Harmonie des Rosenkriegpaares stimmt. Auch, weil sie sich schon lange kennen, wie die 44-Jährige und der 58-Jährige vor Medien erzählen.
Von Shakespeare zum Scheidungskrieg
Erstmals miteinander gearbeitet haben West (“The Wire”, “The Crown”) und Miller (“American Sniper”, “Anatomy of a Scandal”) bei der Shakespeare-Inszenierung “Wie es euch gefällt” 2005 in London. “Ich habe damals nicht gewusst, dass das ihre erste Rolle ist”, erinnert sich West im Gespräch mit der APA. “Sie ist nicht nur ein Hollywoodstar, eine großartige Schauspielerin, sondern auch eine Theatermimin und eine tolle Teamplayerin”, streut West seiner Spielpartnerin Rosen. “Und ein wunderbarer Mensch”, fährt er fort. Sie hingegen schätzt an ihm seine Vielseitigkeit und seine Professionalität. “Und er ist ein netter Kerl, lustig obendrein”, sagt Miller zur APA.
Ein eiskalter, narzisstischer Charakter
“Wenn man sich mit jemandem gut versteht, macht es noch mehr Spaß, ein bisschen gemein zueinander zu sein. Man kann lächeln und nebenbei mit dem Messer – bildlich gesprochen – noch tiefer stechen”, sagt West. “Je fieser du sein kannst, desto besser!”, scherzt Miller. Was die Hollywooddarstellerin am meisten an dieser Figur von Carla Duval mochte: “Sie ist ein eiskalter, narzisstischer Charakter. Ich habe schon viele Figuren gespielt, denen die Gefühle anderer nicht wichtig sind. Deswegen war es fast befreiend, jemanden zu spielen, dem das völlig egal ist.” In Sachen Skrupellosigkeit steht die Figur des Techmoguls der Diva um nichts nach: “Er ist der Typ, der sagen kann: ‘Ich gebe dir eine Million Pfund, wenn du dich ausziehst!’ Einfach nur, weil er es kann.”
In dieser leistungsorientierten Welt mit formellen und angsteinflößend wirkenden Bauten gerät der ehrgeizige Jungjurist Johnny Waren (Archie Renaux) zwischen die Fronten: “Er ist ständig in Bewegung, immer wie auf der Flucht und muss ständig seine Geheimnisse verbergen”, sagt Renaux im APA-Gespräch. Gleichzeitig habe sich diese Rolle wie ein Bürojob angefühlt: “Du bist in die Kanzlei gegangen. Etwas, das man als Schauspieler sonst nie macht.”
Die Macht der Frauen
“George hat das so geschrieben, dass die Frauen in dieser Serie das Sagen haben – und die Männer sind die Ausführenden”, erklärt die britische Schauspielerin Phoebe Fox, die Serena Byrne spielt, die Partnerin der Kanzlei “Tylor & Byrne” ist. Dass die Anwältinnen selbstverständlich Führungspositionen haben, werde “nicht groß hinterfragt”, sagt sie zur APA. “Ich mochte diese Macht an meiner Figur am meisten.” Serena sei direkt, klar und sie wisse, “wie sie bekommt, was sie will.”
Zwischen dem Showbusiness und der Juristerei sieht Nina Sosaya durchaus Parallelen, was Präsenz, Auftritt und Bedeutung der Sprache betrifft: “Da ist einerseits die Performance auf der Bühne und andererseits das, was hinter den Kulissen passiert, wenn die Mandanten nicht dabei sind”, sagt Sosaya. Sie mimt die Senior-Partnerin Beatrice Ubosi bei der Kanzlei “Cathcarts”. Fox ergänzt: “Geht man vor Gericht, schlüpft man in eine Rolle und muss eine bestimmte Wirkung erzeugen. Denn der eigene Ruf ist in diesem Job alles. Man ist immer nur so gut wie der letzte Fall.”
Wie der Todesstern aus “Star Wars”
An der Seite der Senior-Anwältinnen stehen zwei männliche Kollegen: Pip Torrens spielt St. John Smallwood (“Cathcarts”) und James McArdle verkörpert Nicholas Taylor (“Taylor & Byrne”). Torrens erzählt im APA-Interview: “Es macht immer Spaß, einen schrecklichen Menschen zu spielen.” Nachsatz: “Das ist sehr therapeutisch.” Das imposante Setting zwischen Konferenzräumen, Korridoren, Treppen und dem Gerichtssaal habe McArdle beeindruckt: “Unsere Kanzlei sollte neu und modern wirken. Dann sind wir ans Set gekommen und es hat ausgesehen wie der Todesstern aus ‘Star Wars’. In dem Moment habe ich gewusst, dass wir als Anwälte wohl erfolgreich sind.”
(Die Gespräche führte Julia Schafferhofer/APA)
(S E R V I C E – “War” startet am 5. Oktober auf Sky. Die neuen Folgen sind immer montags um 20.15 Uhr auf Sky Atlantic und Sky Showcase zu sehen. www.sky.at )




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