Von: importer
Bozen – Hinschauen statt wegsehen, Haltung zeigen und gemeinsam gegen Mobbing aktiv werden – darum geht es bei der Sensibilisierungskampagne „Wir sagen NEIN zu Mobbing – Ein ganzes Land hält zusammen“, die vom Jugendtreff Partschins INSIDE EO entwickelt wurde. Auf Einladung von Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer und Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller wurde die Initiative am Montag, den 28. September 2026 bei einer Pressekonferenz im Südtiroler Landtag in Bozen vorgestellt. Gemeinsam wollen sie die Kampagne landesweit bekannt machen und ein breites Netzwerk gegen Mobbing aufbauen.
Die Kampagne macht deutlich: Mobbing ist mehr als ein einzelner Konflikt. Wer über längere Zeit immer wieder herabgesetzt, ausgegrenzt oder schikaniert wird, braucht Unterstützung und ein Umfeld, das nicht wegschaut. Denn Mobbing kann dort gedeihen, wo geschwiegen und weggesehen wird – und verliert an Boden, wo Menschen gemeinsam Haltung zeigen.
„Für mich war es wichtig, dieses Projekt zu unterstützen, weil es nicht nur sensibilisiert, sondern auch Haltung einfordert. Gerade in der Arbeitswelt braucht es eine Kultur des Hinschauens, des Respekts und des klaren Nein zu Mobbing“, betonte Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer.
Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller hob die Bedeutung früher Prävention hervor: „Auch junge Menschen müssen Ausgrenzung die rote Karte zeigen. Sie sollen früh lernen: Nicht wegsehen, sondern Unterstützung holen und anderen die Hand reichen.“
Auch der Jugendtreff selbst unterstrich den Gemeinschaftsgedanken. Manuel Rederlechner, Leiter des Jugendtreffs INSIDE Partschins, und Jugendarbeiterin Sandra Steck erklärten: „‚Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen‘, besagt ein afrikanisches Sprichwort. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu schützen. Denn gegen Mobbing können wir nur gemeinsam etwas bewirken. Wenn wir Kindern und Jugendlichen zuhören, ihnen Mut machen und sie stärken, schaffen wir eine Gemeinschaft, in der Mobbing keinen Platz hat.“
Mitmachen können Betriebe, Gemeinden, Schulen und Vereine
Die Kampagne kann von unterschiedlichsten Einrichtungen in ganz Südtirol übernommen und weitergetragen werden. Angesprochen sind unter anderem öffentliche und private Betriebe, Schulen, Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit, Institutionen, Gemeinden, Sozialsprengel, Gewerkschaften und Vereine. Auch mehrere Einrichtungen können sich zusammenschließen und die Kampagne gemeinsam umsetzen.
Interessierte erhalten vom Jugendtreff INSIDE zweisprachiges Kampagnenmaterial mit Vorlagen, Grafiken, einem Leitfaden, dem Logo und dem Anti-Mobbing-Song. Dieses kann flexibel im eigenen Umfeld eingesetzt werden, etwa mit Videobotschaften, Veranstaltungen, Workshops oder Plakaten. So können sich Einrichtungen unkompliziert beteiligen und Teil eines wachsenden Netzwerks gegen Mobbing werden.
Auch die breite institutionelle Unterstützung wurde bei der Pressekonferenz deutlich. Landtagspräsident Angelo Gennaccaro unterstrich: „Respekt vor der Würde jedes Menschen ist eine Grundlage unseres Zusammenlebens. Es ist wichtig, gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Mobbing zu setzen. Jede Person soll und kann ihren Beitrag leisten. Das Schweigen ist der wahre Verbündete des Mobbings.“
Landeshauptmann und Landesrat für Chancengleichheit Arno Kompatscher betonte: „Prävention gelingt, wenn Schule, Arbeitswelt, Jugendarbeit, Gemeinden und Institutionen zusammenarbeiten. Diese Kampagne bringt genau diese verschiedenen Ebenen zusammen.“
Auf kommunaler Ebene beteiligten sich die Bürgermeister der beiden größten Städte Südtirols an der Pressekonferenz. Claudio Corrarati, Bürgermeister von Bozen, erklärte: „Gemeinden sind Orte des unmittelbaren Zusammenlebens. Deshalb ist es wichtig, auch auf lokaler Ebene eine Kultur des Respekts und des Hinschauens zu fördern.“
Katharina Zeller, Bürgermeisterin von Meran, ergänzte: „Prävention bedeutet, nicht erst dann zu reagieren, wenn eine Situation eskaliert. Diese Kampagne hilft, das Thema sichtbar zu machen und frühzeitig zu sensibilisieren.“
Dominik Oberstaller, Präsident des Südtiroler Gemeindenverbandes, hob die Breitenwirkung hervor: „Über die Gemeinden kann die Botschaft Menschen im ganzen Land erreichen. Je mehr sich anschließen, desto stärker wird das gemeinsame Signal.“
Auch für Irene Ohnewein, Geschäftsführerin von netz | Dachverband Offene Jugendarbeit, ist die gemeinsame Haltung zentral: „Ein zentraler Bestandteil der Offenen Jugendarbeit ist es, Beziehungen aufzubauen und Räume zu schaffen, in denen junge Menschen sich kennenlernen und Vertrauen entwickeln können. Prävention beginnt für uns bei diesen Beziehungen. Sie schafft die Grundlage dafür, Gruppendynamiken positiv zu gestalten, soziale Kompetenzen zu stärken und ein respektvolles Miteinander zu fördern. Wir freuen uns über diese gelungene Kampagne.“
Das Ziel geht über eine einmalige Sensibilisierungsaktion hinaus: In ganz Südtirol soll Schritt für Schritt ein Netzwerk von Einrichtungen, Gemeinden, Betrieben, Schulen und Organisationen entstehen, die gemeinsam Position gegen Mobbing beziehen.
„Wir sagen NEIN zu Mobbing – Ein ganzes Land hält zusammen“ ist damit vor allem eine Einladung: mitmachen, Haltung zeigen und nicht wegsehen.



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