Von: importer
Ein Handgemenge auf einem Flug von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel hat am heutigen Mittwoch zu einer Umleitung nach Saudi-Arabien geführt. Laut israelischen Medien dürfte einer der Piloten versucht haben, die Maschine der Airline Flydubai zum Absturz zu bringen.
Ein Anschlag auf ein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel fliegendes Flugzeug dürfte am Mittwoch vereitelt worden sein. Laut israelischen Medien hatte einer der Piloten versucht, die Maschine der Airline Flydubai abstürzen zu lassen. Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sagte, ein “Terrorist” habe das Flugzeug zum Absturz bringen wollen. Ziel sei es gewesen, “die 180 Israelis an Bord zu ermorden”.
Das aus Dubai nach Tel Aviv fliegende Flugzeug hatte zeitweilig ein Signal abgesetzt, das auf einen unrechtmäßigen Eingriff hindeutete. Die Flugdaten zeigten zudem vorübergehend einen sehr steilen Sinkflug an. Schließlich landete die Maschine sicher in Tabuk im Nordwesten von Saudi-Arabien.
Laut israelischen Medienberichten soll der aus dem Oman stammende Copilot versucht haben, den Absturz herbeizuführen. Er sei vom aus den Emiraten stammenden Piloten und israelischen Passagieren außer Gefecht gesetzt worden. Der Verdächtige werde zur Zeit in Saudi-Arabien verhört. Beim Handgemenge soll zumindest eine Person mit einem Messer verletzt worden sein; die Berichte waren widersprüchlich, um wen es sich handelte.
Israels Verkehrsministerin Miri Regev ordnete eine Überprüfung dessen an, ob die VAE das Flugabkommen mit Israel verletzt haben könnten. Demnach dürfen nur die Staatsbürger jener Länder als Piloten auf Flügen nach Israel fungieren, mit denen das Land diplomatische Beziehungen hat, was für den Oman nicht gilt.
Erste Meldungen hatten den Piloten als Russen und den Copiloten als Ukrainer identifiziert. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur TASS zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten im Cockpit entsprächen nicht den Tatsachen. Das Konsulat habe von der Airline die Information erhalten, dass kein russischer Staatsbürger an Bord gewesen sei.
Passagiere berichten von Panik und Schreien an Bord
Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe “Schreie und Panik” gegeben. “Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer”, sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. “Die Situation hätte aber auch anders enden können”, sagte sie.
Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. “Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.”
Israels Beziehungen zu den Golfstaaten
Die Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt und haben seitdem die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist unter Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Israels Premier Benjamin Netanyahu war erst am Sonntag auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sayed al-Nahyan in die Emirate gereist.
Israel und Saudi-Arabien unterhalten bisher keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch nach Medienberichten hinter den Kulissen in einigen Bereichen zusammen. Eine mögliche Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren Gegenstand diplomatischer Bemühungen, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als zunehmend unwahrscheinlich.



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