Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Südtirol sammelt während der Sommermonate Arbeitserfahrung: Das geht aus den neuesten Arbeitsmarkt-News hervor, die vom Arbeitsmarktservice Südtirol (AMS) monatlich veröffentlicht werden. Im Sommer 2026 seien demnach 53,3 Prozent der 15- bis 19-Jährigen einer Sommerbeschäftigung nachgegangen, wobei die Anzahl der Sommerpraktika leicht zurückgegangen und die Zahl der Sommerarbeitsverträge und Lehren gestiegen sei.
„Das ist ein gutes Zeichen“, sagt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof. „Ein Sommerarbeitsvertrag ist das passende Instrument, wenn die Arbeitsleistung im Vordergrund steht. Das Praktikum hingegen soll vor allem dazu dienen, Berufe kennenzulernen und herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen. Wenn Praktika bei den jüngsten Jahrgängen zunehmen und in den Folgejahren die regulären Arbeitsverträge, dann geht die Entwicklung in die richtige Richtung”, betont die Landesrätin.
Mehr Arbeits- und Lehrverträge, weniger Praktika
Im Sommer 2026 wurden laut Arbeitsmarkt-News insgesamt 6.790 Sommerpraktika absolviert, etwas weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Sommerarbeitsverträge (+122) und die der Lehrverträge (+138). Von den Sommerpraktikantinnen und -praktikanten absolvierten 3.638 erstmals ein Praktikum – das ist mehr als die Hälfte aller Praktikantinnen und Praktikanten. 408 Betriebe nahmen erstmals eine Praktikantin oder einen Praktikanten auf. Während bei den 15-Jährigen die Zahl der Praktika gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent zunahm, ging sie bei den 16-, 17- und 18-Jährigen jeweils zurück (um 3,7, 4,3 und 10,1 Prozent).
Orientierungspraktika wurden heuer neu geregelt
Amhof verweist auf die Neuregelung der Orientierungspraktika im Frühjahr dieses Jahres mit dem Ziel, Jugendlichen frühzeitig positive Erfahrungen und Verbindungen in die Südtiroler Arbeitswelt zu vermitteln: “Wir müssen alles daran setzen, Jugendliche in Südtirol zu halten und ihnen gute Ausbildungs-, Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Der Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober erinnert uns daran, dass es dabei nicht nur um Arbeitsplätze geht, sondern auch um deren Qualität. Gute Arbeitsbedingungen sind ein entscheidender Faktor dafür, ob junge Menschen ihre berufliche Zukunft in Südtirol sehen.“
Gastgewerbe bleibt wichtigster Praktikumsbereich
Die Sommerpraktika konzentrieren sich weiterhin stark auf einige Wirtschaftsbereiche, wie in den Arbeitsmarkt-News verdeutlicht wird. 42 Prozent werden demnach im Gastgewerbe absolviert, 27 Prozent im Handel, 13 Prozent im Handwerk und 11 Prozent in der Industrie. Häufigster Tätigkeitsbereich ist die Serviertätigkeit: Rund drei von zehn Praktika entfallen auf Tätigkeiten als Kellnerin oder Kellner beziehungsweise Barista.




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